Über das Leben als Influencerin:

Michael Panusch

27. Juni 2022

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  1. Du bist sehr natürlich vor der Kamera, war das schon immer so? Kann man das lernen? Ihr Creator seid scheinbar immer gut gelaunt und Top gestylt, oder sieht die Realität anders aus?

    Vielen Dank, das freut mich natürlich total zu hören. Natürlichkeit & Echtheit ist mir bei der ganzen Sache unheimlich wichtig. Ich weiß nicht, ob man das lernen kann. Ich denke allerdings, dass das Auftreten vor allem mit dem Selbstbewusstsein zu tun hat. Denn dann hat man eine völlig andere Ausstrahlung. Natürlich spielt meine Leidenschaft für die Kamera auch eine große Rolle. Dadurch fällt mir das Sprechen unheimlich leicht. Um es besser auszudrücken: Ich liebe es vor der Kamera zu stehen, sei es die Moderation, das Schauspiel oder einfach nur ICH zu sein. Es ist meine Leidenschaft und war es irgendwo schon immer. Es existieren so viele Kindervideos von mir, in denen ich bereits getanzt, moderiert oder auf dem Wohnzimmer-Catwalk unterwegs war. All das war schon immer in mir und deswegen macht es mir unheimlich viel Spaß. Ich bin ein normaler Mensch, wie jeder andere auch. Natürlich gibt es auch schlechte Tage. Manchmal lasse ich über Social Media daran Teil haben, oder aber ich setzte eine private Grenze. Die Beerdigung meines Opas ist hier ein gutes Beispiel. Das war ein sehr trauriger und privater Moment, den ich nicht mit der ganzen Welt teilen wollte. Deswegen war es an dem Tag Online eher ruhig um mich.

  2. Es gibt das Vorurteil, das ein Creator kein richtiger Job sei und ihr euer Geld quasi im Schlaf verdient, was sagst du dazu und wann klingelt dein Wecker?

    Das wäre wunderbar! Wenn es so einfach wäre, hätte ich bereits mein Traumhaus am Wasser. Tatsächlich war das Leben als Angestellte um ein Vielfaches einfacher. Einfach ist aber nicht immer schön, und vor allem nicht der richtige Weg, wenn man sich einen Wunsch erfüllen möchte. Als erfolgreicher Creator muss man in die Selbstständigkeit gehen und das ist, wie in anderen Branchen auch, mit dem absoluten Risiko verbunden. Gerade in den aktuellen Zeiten! Man hat nie ein regelmäßiges Einkommen, weiß nie was kommt und kann im Prinzip nicht weit im Voraus planen. Die Grundlage des Erfolgs ist die Bekanntheit und Reichweite. Creator gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Der Markt ist mehr als gesättigt. Der Kampf um die Jobs also riesig. Am Ende des Tages zählen die Zahlen. Ein Druck, mit dem man aufwacht & schlafen geht. Etwas für Jedermann? Bestimmt nicht.

    Ich bin tatsächlich schon seit 2014 in der Branche und mein Ehrgeiz ist groß genug, um sich diesem Druck tagtäglich zu stellen. Rückblickend bin ich einfach nur Dankbar für all die wundervollen Erfahrungen und Brands, mit denen ich bisher zusammenarbeiten durfte. Seit 2018 kommt nun immer mehr die TV Branche dazu und aktuell sitze ich wieder in neuen Projekten. Wann klingelt der Wecker, fragt ihr? Je nachdem, im Durchschnitt aber gegen 09:00 Uhr. Ich bin nämlich eine absolute Nachteule und gehe selten vor 02:00 Uhr zu Bett. Gerade nachts erblühe ich und bin besonders produktiv!

  3. Wie viele Stunden täglich verbringst du am Smartphone?
    Puh, ca. 8 Stunden berufsbedingt. Ich schneide meine Videos am Handy und bearbeite mit diversen Apps auch meine Bilder. Außerdem drehe ich TikToks und weiterenContent. Ja, da kommen so einige Stunden zusammen. Ich bin allerdings kein klassischer Surver. Schaue mir also selten anderen Content an und scrolle stundenlang durch Social Media. Dafür habe ich meist keine Zeit, bzw. anders formuliert: Meine Zeit ist mir dafür meist zu schade, dann würde ich sie lieber nutzen um weiteren Content fertig zu stellen. Inhalte von Freunden, Partnern oder der Familie schaue ich mir natürlich an! Ansonsten lege ich das Handy auch super gerne weg! Irgendwie befreiend.

  1. Wie sieht dein klassischer Alltag aus?

    Im Prinzip immer unterschiedlich. Es gibt Tage, an denen ich einen Termin nach den nächsten lege. Dann bin ich von morgens bis abends unterwegs. Es gibt aber auch die freien Tage, die ich komplett im Homeoffice verbringe. Hier werden Projekte geplant, Mails gecheckt, oder auch Content produziert. Meistens telefoniere dann sehr viel oder bin in Zoom Meetings mit Kunden. Außerdem stehe ich im ständigen Kontakt mit meinem Management. An einigen Tagen finden Veranstaltungen statt. Hierauf freue ich mich immer besonders. Außerdem shoote ich meist einmal pro Woche ca. 12 Stunden am Stück. Oftmals bis tief in die Nacht. Ein Highlight stellen manche Shootingreisen dar. Letztlich folgen jeden Monat eine Menge administrative Aufgaben wie z.B. das Schreiben von Rechnungen oder die Steuern. Es ist also immer spannend und wird nie langweilig.

  2. Viele Junge Menschen streben eine Karriere an wie du sie bereits hast, was würdest du ihnen raten?

    Ich lege großen Wert auf eine Ausbildung oder ein Studium. Hat man eins von beiden in der Tasche, kann man es meiner Meinung nach durchaus versuchen. Diese Branche ist mittlerweile hart umkämpft. Sollte es nicht funktionieren, so hat man immer noch etwas in der Hand. Auch ich bin diesen Weg gegangen. Ich habe sowohl eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation, als auch ein Studium im Bereich Medienmanagerin absolviert. Beides spiegelt die Creator-Branche wider. So kann man sich in jeder Funktion ein optimales Netzwerk aufbauen. Zuletzt rate ich einfach durchzuhalten und den #workoholic Modus anzuschalten. Harte Arbeit und Fleiß wird irgendwann belohnt. <3

    Eure Sandra

    Ihr habt weitere Fragen an Sandra? Stellt sie direkt über Instagram @sandra_czok






cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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