Eine Krankenschwester geht online: Einblicke in den Pflegealltag über Social Media

Michael Panusch

1. Juni 2021

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Den meisten bleibt ein Blick hinter die Kulissen von medizinischen Einrichtungen, wie dem Krankenhaus der Region, erspart. Hier landen wir nach Unfällen, Zusammenbrüchen oder akuten Notfällen. Ab und an in Folge einer Überweisung durch den Hausarzt.

Doch über die Männer und Frauen, die hier täglich tagsüber wie auch nachts Dienste schieben, wissen wir nur wenig. Viele kennen die Klagen über endlose Dienste und hoffnungslos unterbesetze Stationen. Doch dies sind nur kleine Ausschnitte eines komplexen Versorgungsapparates mit vielen ambitionierten und engagierten Mitarbeitern.

Um eine Bandbreite an Eindrücken zu transportieren, nimmt Tanja Cuber die Menschen mit in ihren Arbeitsalltag. Sie opfert einen Teil ihrer eigenen Freizeit oder Pausenzeiten, um in Absprache mit der Klinikleitung der Pflege und Versorgung ein menschliches Gesicht zu geben.

Ihre Tätigkeit in einem medizinischen Beruf ist kein Zufall. Es verbirgt sich eine bewegende wie mitreißende Geschichte hinter ihrer Motivation.

Vor annährend zehn Jahren erhielt die junge Frau eine niederschmetternde Nachricht. Die Diagnose Krebs. Dieser Tag verändert ihr Leben nachhaltig. Sie überstand die Therapie und kämpfte jeden Tag für ihre eigene Gesundheit. Aus diesem Kampf entstand eine tiefgehende Überzeugung. Von nun wollte sie ihr Leben umstellen. Jeden Tag in vollen Zügen leben.

Angetrieben vom Credo: Man kann alles schaffen, was man sich vornimmt!

Nach Abschluss ihrer Therapie ging sie auch beruflich neue Wege. Vor zwei Jahren schloss sie ihr Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ab und begann ihren Arbeitsalltag mit Menschen auf Social Media zu teilen.

Unterstützung fand sie durch ihre eigenen Vorgesetzten, die aktiv ihre Bemühungen förderten. Für sie ist Pflege kein Job, sondern eine Berufung.

Die Videos und Bildmaterial dienen nicht zum Einblick für die breite Bevölkerung, sie sind im Besonderen für potentielle Auszubildende oder Studenten, die einen unverblümten, aber sehr positiven Rundumschlag der Klinikarbeit bekommen. Sie bekommt weitestgehend freie Hand bei der Umsetzung ihrer kreativen Werke. Regelmäßig holt sie von allen Beteiligten, wie auch interessierten Patienten, die datenschutzrelevanten Informationen ein.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Arbeit stark verändert. Die gesamte Grundstimmung unterliegt ständigen Schwankungen. Zeiten der Hoffnung aber auch der Verzweiflung, wenn immer neue Auflagen die ohnehin kranken Menschen zusätzlich belasten. Kaum bis keine Besuche möglich. Nahezu komplette Isolation der Patienten von der Außenwelt. Permanentes Maskentragen für alle Beteiligten.

Diese Punkte mögen notwendig sein. Ändern jedoch nichts an ihren dramatischen Auswirkungen auf die Psyche der Menschen. Cuber nimmt sich so viel Zeit wie möglich für ihre Patienten. Zusammen mit einem mobilen Lautsprecher und einer fröhlichen Spotify Playlist geht es auf Station. Es sind weniger die Menschen, die ihre Zeit beschneiden. Es sind zeitintensive Prozesse wie Dokumentation und andere Aktenarbeit, die ihre Zeit, nicht aber ihre Passion begrenzen.

Um sich stetig weiterzubilden und über alle Abläufe informiert zu sein, schließen sie und anderes Stationspersonal sich gerne den täglichen Visiten an.

ZITAT: „Was mich antreibt? Das Gefühl zu haben, jeden Tag etwas zu bewegen und Menschen die Angst zu nehmen.“

Webadresse:

https://www.krh.de/

Adresse:

Klinikum Region Hannover GmbH
Stadionbrücke 6
30459 Hannover
Tel.: (0511) 906 6000

Fotos: Tanja Cuber










cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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