Fashionmom Agentur Gründerin Ann-Kathrin Hellge spricht über Themen, die für viele Frauen extrem wichtig sind

Zwischen Vogue & Windeln – und die Work-Life-Balance

Michael Panusch

14. Juni 2023

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Wenn ich diesen Begriff höre, denke ich automatisch an ein perfekt ausbalanciertes Leben, bei dem alle Bereiche, wie etwa das Berufsleben, die Familie, Freunde und Hobbies im optimalen Verhältnis schwingen. Aber ist das überhaupt realistisch lebbar?

Ich glaube, unser Leben wie ein Tortendiagramm aufzuteilen und die einzelnen Bereiche vermeintlich ausgeglichen zu bespielen, ist gänzlich unmöglich. Vielmehr erfordert diese Balance unseres Lebens eine große Flexibilität und unsere Bedürfnisse ändern sich auch immer wieder. Gibt es Phasen, in denen wir beruflich besonders produktiv sind und der Kopf scheinbar nicht stillstehen möchte, gibt es wiederum auch diese Phasen, in denen wir vielleicht etwas Abstand zum Job und der Karriere brauchen und dafür beispielsweise ein stärkeres Bedürfnis nach sozialen Kontakten, Freizeitaktivitäten oder Zeit für uns selbst verspüren. Diese Bedürfnisse zu erkennen und individuell zu bedienen, ist der Schlüssel zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Ein harmonisches Zusammenspiel aus beruflichen Verpflichtungen, Karriereambitionen, Aufgaben in der Familie, Ruhepausen und sozialen Verbindungen ist nur ohne Druck möglich. Schnell geraten ein Aspekt oder mehrere Bereiche in Schieflage. Dies kann neben persönlicher Unzufriedenheit auch Konflikte oder im schlimmsten Fall sogar mentale oder physische Erkrankungen nach sich ziehen.

Schauen wir uns die Waage des vermeintlich ausbalancierten Lebens an, gibt es einige Punkte, die helfen, die Gewichtung immer wieder neu zu verteilen und bewusst zu akzeptieren, dass die Waagschalen nicht immer 50:50 belegt sein müssen. Wir können diese Gewichtung aktiv mitgestalten!

  • Erfüllt mich mein Beruf und kann ich in ihm meine persönlichen Talente und Leidenschaften ausüben?
  • Bekomme ich für meine Leistung Wertschätzung – finanzielle, aber auch persönliche?
  • Pflege ich meine Freundschaften oder gibt es belastende Konflikte, die ich beenden könnte?
  • Was bringe ich ein, um meine zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern?
  • Gibt es Verbindungen, die mir nicht guttun und zu denen ich Abstand gewinnen sollte?
  • Achte ich gut auf meine Bedürfnisse, wie zum Beispiel Ruhe, Schlaf, Bewegung oder gesunde Ernährung?
  • Was wünsche ich mir für meine Zukunft?

Eine schöne Bezeichnung für das englische WORK-LIFE-BALANCE-Modell ist auch das deutsche Wort LEBENSBALANCE. Ursprünglich entwickelt von Nossrat Peseschkian, einem Psychotherapeuten, beschreibt dieses 4-Säulen-Modell die elementaren Grundpfeiler eines ausgeglichenen Lebens:

  • Beruf, finanzielle Sicherheit, Altersvorsorge
  • Familie & soziale Kontakte
  • mentale & körperliche Gesundheit
  • Sinn & Kultur

Das Wort Gleichgewicht kann schnell missverstanden werden, denn wir assoziieren im ersten Moment damit, dass all diese Säulen der Lebensbalance immer gleich stark vertreten sein müssen. Die Verteilung kann jedoch völlig unterschiedlich ausfallen, denn je nach persönlichen Wünschen, Umständen und unterschiedlichen Lebensmodellen erfüllt uns zu manchen Zeitpunkten die eine Säule mehr als die andere. Keine der Säulen sollte missachtet werden, jedoch findet hier jeder für sich sein perfektes Gleichgewicht.

Ich habe meinen Frieden damit gemacht, dass die Waage nicht immer parallel schwingen kann und dies zu akzeptieren, schenkt eine ungeheure Ruhe. Zugleich liebe ich den Gedanken, dass ich allein dafür verantwortlich bin, meine Waagschalen zu befüllen und mein Leben selbst zu kreieren.

Ich bezeichne das Leben gerne als eine Achterbahnfahrt, welche sich mal täglich, mal wöchentlich von einem Hoch ins nächste Tief stürzt. Mal geht es eine ganze Zeit lang ruhig und unspektakulär mit einem wohligen Gefühl von Sicherheit und Routine geradeaus und plötzlich, ganz unerwartet, eröffnet sich vor uns eine berauschende Höhe oder auch ein beängstigender Pfad nach unten. In den Höhen soll der Rausch gespürt und das Hoch dankbar gelebt werden. Geht es dann wieder in die Tiefe, gilt es, die Höhen als Kraftspender zu nutzen, Möglichkeiten und neue Wege zu finden.

Während ich diese Kolumne schreibe, scheint mir die spanische Sonne ins Gesicht und weiter vorne am Strand spielt mein Sohn im Sand. Gerade jetzt ist meine Balance im Gleichgewicht! Job, Familie und Sinn lassen sich in diesem Moment perfekt vereinbaren und sollte meine Waage mal wieder aus dem Gleichgewicht geraten, versuche ich, das Gewicht einfach ein wenig anders zu verteilen.

Liebe Grüße aus Mallorca 

X Ann-Kathrin Hellge 

cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

cityglow

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