Olek Gregory

Michael Panusch

11. Dezember 2021

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Zeitgenössische Malerei

„In allen Bereichen unseres Lebens gibt es Regeln und Gesetze. In der Kunst jedoch herrscht Freiheit, und diese Freiheit nutze und erforsche ich mit allem, was ich habe; so wie mein Gemüt es mir sagt, so wie der Sinn mir steht. Freiheit ist existenziell und zugleich grenzenlos; so schwebe ich mit meinem Schaffen durch dieses grenzenlose Universum.“

Olek Gregory, mit bürgerlichem Namen Gregor Shuf, wird 1997 in Bingen am Rhein geboren. Bereits mit 13 Jahren macht sich seine Affinität zur Kunst bemerkbar: Er verkauft eigens entworfene Modestücke. Als Olek im Jahre 2014 nach Bonn zieht, beginnt er mit der Malerei und belegt einen Kunstkurs bei der Dozentin und Diplomkünstlerin Johanna Hendel. Durch intensives auseinandersetzen mit Technik, Ausdruck und Intention des Kunstschaffens manifestiert sich diese Disziplin in Olek Gregorys Leben immer stärker. „Die ersten Jahre malte ich nach Lust und Laune, doch nach Beenden des Kunstkurses merkte ich, wie ich in Bildern und Kompositionen zu denken anfing. Es stand nicht mehr zur Frage, ob oder was ich malen möchte; ich sah fertige Bilder in meinem Kopf und wusste, dass ich sie malen, dass ich sie ins Reale umsetzen muss.“ Seine kreativen Phasen wechseln zwischen abstrakter, neo-expressionistischer und figürlicher Malerei. Hauptsächlich malt er mit Öl, mischt aber auch verschiedene Materialien wie Tusche und Kreide.

Seine Galeristin Patrizia Bahr (Galerie Studio Bahr) beschreibt eine weitere Facette seines Schaffens so: „Olek beschäftigt sich mit der Einzigartigkeit von Gesichtern. Dabei versucht er bestimmte Blicke festzuhalten. Im Alltag müssen wir schnell erfassen, wie unser Gegenüber denkt und fühlt. Diese feinen und schnellen Zeichen von Emotionen im Gesicht stehen in seinem Werk im Mittelpunkt. Er ergründet, welche Komponenten ein Gesicht ausmachen und welche Details die Mimik für einen kurzen Augenblick verändern. Um das zu schaffen, geht Olek sehr aufmerksam und mit offenen Augen durch die Welt. Er ist immer auf der Suche nach einem faszinierenden Blick, der auch die Betrachter seiner Porträts in den Bann ziehen wird.“

Die Atmosphäre eines Bildes wird über die Farben transportiert. Auch darin widmet sich Olek Gregory den Feinheiten der Ästhetik, denn diese Farben sind stets gemischt. Auch wenn sie zuweilen wie Reinfarben wirken, wird diesen der Grundton des Bildes beigemischt, um eine absolute Harmonie der Farbskala zu erreichen.

Das ungewöhnliche im Werk von Olek Gregory ist der Wandel der Stile. In Museen studiert er die Techniken der „alten Meister“ und rekonstruiert den Umgang mit Farbe und Perspektive. Auch untersucht er Linienführung und Farbauftrag und vollzieht die Bedeutung und Wirkung dieser Komponenten nach. So erweitert er stetig sein Repertoire, um mit seinen Stilexperimenten schlussendlich aus dem vollen Bouquet der Freiheit der Kunst zu schöpfen. Er rekurriert bewusst auf bekannte Künstler und stellt sich damit dem Verlangen nach immer neuen Stilen in der Kunst entgegen. Copy-Mix-Paste nennt er dieses Vorgehen und verweist damit auch kritisch auf das nach dem Immer-Neuen heischende Konsumverhalten im Kunstbetrieb.

Zurzeit lebt und arbeitet Olek Gregory in Hannover. Er gründet 2020 die Kunstausstellungsreihe Junges Temporär, wo er das Erlebnis des Ausstellens mit anderen Künstlerinnen und Künstler teilt. Ihnen haben sich mittlerweile 60 weitere Kunstschaffende angeschlossen. So arbeitet Olek Gregory nebenbei an seinem Traum, das Junge Temporär zu der einer Kunstmesse Hannovers auszubauen, mit größter Leidenschaft. „Leidenschaft ist ein hohes Gut, das mich seit jeher anspornt. Die Leidenschaft bringt mich dazu, die Dinge nicht zu zerdenken, sondern sie direkt auszuprobieren und umzusetzen; sei es in der Kunst oder der Verabredung zu einem Kaffee.“ – Olek Gregory. www.Olekgregory.de Instagram: Olekgregory Galerie Studio Bahr www.Studiobahr.de

Fotos: Jan F. Gregory










cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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