Kinderheim Kleine Strolche

 

Neue Hoffnung für Kinder in Not



In den Räumlichkeiten des Kinderheims Kleine Strolche finden die kleinsten Erdenbürger Schutz und Geborgenheit. Viele der Kinder habeN harte Tage und schlimme Zeiten hinter sich. Häusliche Gewalt, ständige Angst und Abweisung waren ihre Begleiter.

Außerhalb ihres bisherigen Umfeldes werden die Schützlinge von engagierten und couragierten Helfern aufgenommen. Erfahren teilweise zum ersten Mal nach einer langen Zeit in ihrem jungen Leben Aufmerksamkeit und Stabilität. In den Inobhutnahmestationen mit den schönen Namen Strolchenvilla und Wiege wird jedes Kind mit offenen Armen empfangen. Versorgt und umsorgt durch pädagogische Fachkräfte, immer mit Blick auf das seelische und körperliche Wohl der Kleinen.


Seit der Gründung im Jahr 2008, durch Anja und Bernhard Schubert, konnten bereits vielen Geschwisterpaaren, Säuglingen und Kleinkindern ein neues Zuhause geboten werden. Mit Hilfe tiergestützter-, heilpädagogischer- und weiterer Therapieangebote, leisten die Gründer und viele weitere Helfer tägliche großartige Arbeit für traumatisierte Kinder.

Aus der ehemaligen Grundschule aus dem Jahre 1911 wurde das Kinderheim Kleine Strolche. Die traurige Realität ist, dass in den kommenden Jahren immer mehr Anfragen und dringende Fälle zur Unterbringung aus der ganzen Republik kamen. Gewalt und Vernachlässigung nehmen vielerorts hinter verschlossenen Türen ihren grausamen Weg. Diese Kinder haben keinen Fürsprecher. Sie sehen sich und ihr Wohl der Willkür der eigentlichen Schutzbefohlenen ausgesetzt.

In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Anfragen seitens der Jugendämter aus ganz Deutschland, Kinder in die familienanaloge Wohngruppe aufzunehmen. Diese war schnell dauerhaft belegt. Aufgrund der großen Nachfrage nach freien Plätzen für Säuglinge, Kleinstkinder und Geschwistergruppen eröffnete Familie Schubert im März 2014 das Haus „Die Wiege“ als Inobhutnahme für Kinder bis sechs Jahre und Mutter-Kind-Wohngruppe. 

Im Jahr 2018 wurde der Verein Kinderheim Kleine Strolche e.V. gegründet.  Mit dem Rittergut Ovelgönne in Bücken fand das Kinderheim im selben Jahr den perfekten Standort für den Aufbau eines therapeutischen Zentrums. Aufgebaut werden kontinuierlich erweiterte tiergestützte-, heilpädagogische- und psychotherapeutische Angebote zur Genesung traumatisierter Kinder.

Um noch mehr Kindern helfen zu können, eröffneten die Kleinen Strolche 2020 „Die Strolchenvilla“ in Bassum. Auch hier finden Kinder zwischen 0 und 6 Jahren Schutz vor ihrer eigenen Familie.   

Gewalt und Vernachlässigung nehmen vielerorts hinter verschlossenen Türen ihren grausamen Weg. Diese Kinder haben keinen Fürsprecher. Sehen sich und ihr Wohl der Willkür der eigentlichen Schutzbefohlenen ausgesetzt. Wir sprachen mit Heimleiter und Mitbegründer Bernhard Schubert über sein bisheriges Lebenswerk mit dem er und seine Frau so viele Leben berühren und zum besseren gewendet haben.

 

Was war Ihre Motivation zur Gründung der Betreuungseinrichtung?

 

Meine Frau und ich haben selbst keine Kinder. Als wir uns vor 14 Jahren kennengelernt haben, bezogen wir zusammen ein Anwesen in Alleinlage mit wunderschöner Architektur und 600 m² Wohnfläche, einem über 6.000 m² großem Grundstück mit altem Baumbestand und einem versteckten 100 Jahre alten Spielplatz. Das Haus und die Nebengebäude mussten umfangreich saniert werden. Als wir eines Abends nach getaner Arbeit im Sommer 2007 zusammen bei einem Glas Wein am Lagerfeuer auf dem wunderschönen Grundstück saßen, kam uns der Gedanke, dass dieses Anwesen ein Paradies für kleine Kinder ist. Wir wussten, dass es auch in Deutschland viele Kinder gibt, denen es nicht so gut geht und die dringend Hilfe benötigen. So war die Idee entstanden ein Konzept zu entwickeln, in dem kleinen Kindern umfangreich und nachhaltig geholfen werden kann. Ein Jahr später wohnten 6 kleine Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren bei uns. Das jüngste Kind war erst ein wenige Tage alt, es wurde von seiner leiblichen Mutter verstoßen und kam direkt aus der Klinik zu uns. In den Folgejahren entwickelten wir weitere innovative Konzepte für Kinder und minderjährige Mütter. Immer mit dem Anspruch verbunden, dass das Kindeswohl immer an erster Stelle stehen muss. Und je kleiner die Kinder sind, desto wichtiger sind Liebe und Geborgenheit, Bindung und Beziehung für eine gute und stabile Entwicklung. Begleitet oft von jahrelangen Therapien, denn die Kinder, die zu uns kommen, wurden zuvor oft schwer vernachlässigt oder misshandelt.

 

Wie kann sich jedermann einbringen oder sie unterstützen?

 

Da die Kinder, die wir aufnehmen durch Misshandlungen viel mehr brauchen als Kinder die in behüteten Elternhäusern aufwachsen, stehen wir immer wieder vor fast unlösbaren Aufgaben. Wir wissen, was wir machen müssen um zu Helfen, doch stehen uns dafür nicht die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung. Um dieses Problem zu lösen, haben wir in 2017 den Kinderheim Kleine Strolche e.V. gegründet. Hier können Menschen Fördermitglied werden und die gute Sache schon ab 10 Euro monatlich unterstützen. Für unsere Arbeit ist es wichtig nicht nur zu Weihnachten mit Spenden bedacht zu werden, sondern das ganze Jahr über. Der Fördermitgliedsantrag ist auf unserer Homepage zu finden: https://kinderheim-kleine-strolche-ev.de/foerdermitgliedsantrag Jeder Mensch kann aber auch, ohne Fördermitglied zu sein einen Dauerauftrag einrichten und die Projekte unterstützen. Unternehmen können sich im Rahmen eines Sponsoring engagieren.

 

Könnten Sie uns beispielhaft einen Fall stellvertretend für die Kinder in ihrer Betreuung schildern?

 

Es sind Kinder wie das Schicksal der kleinen Lara die uns emotional mitnehmen. Lara wurde im Alter von 2 Jahren in einer Wohnung in Hannover in einem verdunkelten Zimmer in ihrem Gitterbettchen gefunden und gerettet. Sie wurde extrem vernachlässigt, vor Hunger hat sie die Stäbe ihres Gitterbettchens angenagt. Als sie gerettet wurde, war sie völlig unterernährt und apathisch, konnte nicht Lachen und Sprechen. Wir wussten alle nicht was ihr alles angetan wurde. Lara war fast ein Jahr bei uns in Obhut, bevor richterlich beschlossen wurde, dass sie nicht mehr zurück in diese Hölle, zu ihren leiblichen Eltern muss. Als sie uns verlassen hat, konnte sie zwar lächeln, aber immer noch nicht sprechen. Dieses Mädchen hätte schnell therapeutische Angebote wie Logopädie gebraucht, doch sie hatte keine Krankenversicherung, weil sie von ihren Eltern nicht angemeldet wurde. Sie wurde noch nie zuvor einem Kinderarzt vorgestellt. Als sie dann versichert war, konnte sie zur Logopädie angemeldet werden. Die Wartezeit für die Therapie betrug 5 Monate, was natürlich in solchen Fällen viel zu lang ist. Wir haben uns für Kinder wie die kleine Lara zum Ziel gesetzt Kindern auch ohne Krankenversicherung zu helfen. Dafür bauen wir ein therapeutisches Zentrum auf, welches sich komplett über Spenden und Sponsoren finanzieren muss. Wir hoffen, dass wir bald genug Geld haben, um auch eine Logopädin einstellen zu können, um Kindern wie Lara sofort helfen zu können.

 

Was ist ihr Ausblick in das kommende Jahr und die nahe Zukunft?

 

Für 2021 wünschen wir uns, dass wir unser therapeutisches Zentrum weiter aufbauen können, um kleinen Kinder die aufgrund von Misshandlungen langfristig in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind und die oft kein Mensch haben will, ein neues zu Hause zu geben. Die wenigen qualifizierten Pflegefamilien, die es gibt, nehmen lieber ein Kind ohne Beeinträchtigungen auf. Daher finden die anderen Kinder oft kein angemessenes zu Hause. Das wollen wir ändern. Dazu brauchen wir Unterstützung von emphatischen Menschen, Unternehmen mit sozialer Verantwortung und Stiftungen mit einem Herz für Kinder.

rittergut-kleine-strolche.de

Fotos Lisa Meyer

 

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