Intraregionale – Da gibt es was auf die Ohren.

Da gibt es was auf die Ohren.

Elf Kunstinstitutionen aus der Region präsentierten vom 13. Juni – 18. Juli 2021 zeitgenössische Klangkunst an ungewöhnlichen Orten. Die Hörregion Hannover vertiefte mit einem umfangreichen Begleitprogramm das Hör- und Kunsterlebnis während des Ausstellungszeitraums.

Was haben das Parkhaus in Lehrte, die Wasserkunst in Hannover, der Werkstoffhof in Bissendorf und der Isernhagener Friedenshain gemeinsam?

Sie und weitere ungewöhnliche Orte in der Region Hannover werden während der Intraregionale zu Ausstellungsräumen. Bereits im Jahr 2015 haben sich zehn Kunstinstitutionen der Region Hannover zusammengeschlossen, um in einem Netzwerkprojekt gemeinsam eine große Landschaftskunst-Ausstellung zu realisieren. Das Projekt IntraRegionale 2016 präsentierte an zehn über die Region Hannover verteilten Orten zehn Positionen internationaler Landschaftskunst (LandArt).

2 Kompass | Benthe von Peter Kutin

Ein Kompass besteht aus einer magnetischen Nadel, die sich in Richtung des Erdmagnetfeldes am Nord- oder Südpol ausrichtet. Ab dem 11. Jahrhundert fand eine solche schwimmende Nadel als „nasser Kompass“ bereits in China Verwendung.

Was hat ein Kompass mit den Bergterrassen Benthe 15 Kilometer westlich von Hannover zu tun? Das zwischen 1879 und 1974 florierendem Ausflugslokal am Benther Berg bot bis zu 1.500 Sitzplätze im Freien an und lockte am Wochenende Leute aus Hannover und der Region zum Tanz. Nach mehr als 100 Jahren verlor es seine Anziehungskraft und brannte 1975 vollständig ab. Seitdem werden die Ruinen von Büschen und Bäumen überwuchert und geraten verborgen hinter einer Mauer zunehmend in Vergessenheit.

Doch jetzt dringen wieder Stimmen und Klänge aus dem Areal. Nrüchig, gläsern und fragil wie die Gesteinstrümmer und Mauerreste, die als Relikte der Vergangenheit noch sichtbar sind.

Der Künstler Peter Kutin hat das Thema der Vergänglichkeit für seine Klanginstallation „Kompass“ aufgegriffen. Im Fokus steht die Frage nach Orientierung. Räumlich wie auch geräuschvoll. Die vierkanalige Klanginstallation mit einer Laufzeit von 12 Stunden ordnet Klänge den vier Himmelsrichtungen zu. Hoch in den Laubbäumen rund um die Ruinen sind vier Lautsprecher installiert, die verschiedene akustische Felder schaffen, die fluktuieren und damit keine konstante Richtung vorgeben.

 

Brunnen für eine unbekannte Stadt | Hannover-Herrenhausen von Fritjof Mangerich

 

Wasserkunst – in diesem Begriff verbindet sich das Wort Wasser, mit seinen verschiedenen Bedeutungen wie Strom des Lebens bis zum Fluß der Unterwelt, der das Totenreich vom Leben trennt, mit dem Begriff der Kunst, der das Schöpferische bezeichnet. Die in Hannover Herrenhausen so genannte „Wasserkunst“ ist eine seit 1718 in Betrieb genommene technische Einrichtung, die aus drei Stauwehren an der Leine und einem historischem Pumpenhaus besteht. Gebaut wurde sie, um die Wasserspiele in den barocken Herrenhäuser Gärten zu versorgen – Springbrunnen und Wasserbecken, kleine und große Fontänen.

Die Vorliebe für Wasserspiele und Brunnenanlagen war an öffentlichen Plätzen früher mit der Wasserversorgung verknüpft. In Lustgärten und Atrien schätzte man die kühlende und erfrischende Wirkung des sprudelnden Wassers, aber auch dessen akustische Qualität. Und darauf bezieht sich Fritjof Mangerich mit seiner Klanginstallation „Brunnen für eine unbekannte Stadt“.

Die von Wasserspielen erzeugten akustischen Qualitäten reichen von Plätschern oder Säuseln bis hin zu Rauschen oder Prasseln. Eine akustische Privatsphäre entsteht in der Nähe von Wassergeräuschen, die nicht nur in historischen Gartenanlagen gegen Lauschangriffe schützt, sondern auch in modernen Großraumbüros durch synthetisches Rauschen herbeigeführt wird, um die Konzentration und Leistungsfähigkeit der Belegschaft zu erhöhen.

Website:

https://intraregionale.org/
Fotocredits:

Bildrechte liegen beim Atelier

IntraRegionale 2021
c/o Atelier LandArt
Salzmannstraße 5
30451 Hannover
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