Der eigene Weg der Künstlerin – PopArt Leo.

Sie umgibt die Aura des kreativen Schöpfers. Ein Kopf voller Konzepte, die nur darauf warten, sich auf einer Leinwand zu manifestieren. „Wo andere Farben anmischen, ‚male‘ ich mit Papier“, sagt Leo.

Die zentralen Elemente ihrer Arbeit sind berühmte Persönlichkeiten und Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts, die von abstrakten Formen und der Schrift alter Werbeposter umgeben sind. Bescheiden und mit dem lächelnden Wissen einer Kennerin verrät Leo: Ein Alleinstellungsmerkmal in unseren Breiten. Wenn auch sicher nicht weltweit und nichts komplett Neues, denn bereits in den 1950er Jahren haben französische Künstler Collagearbeiten aus gerissenen Straßenplakaten angefertigt.


Sie wird es wissen. Als Absolventin der klassischen Kunstgeschichte erwarb sie in Basel und Göttingen den Bachelor- und Masterabschluss und damit vertieftes Wissen in die Theorie und Praxis des Schwerpunkts zeitgenössischer Kunst. Während dieser Jahre entdeckte sie ihre Vorliebe für das Außergewöhnliche. Keine Standards. Kein 9 to 5-Job. Immer unterwegs und stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen, beschritt Leo ihren eigenen Weg zum Glück. Während andere mit dem Hausbau begannen, ging die inzwischen 28-Jährige auf große Fahrt.

Auf mehreren Kreuzfahrtschiffen fand sie ihr Zuhause. In den schiffseigenen Galerien war sie verantwortlich für die Präsentation und den Verkauf der Werke.

Nach Touren durch die Weltmeere folgte die Rückkehr nach Hannover. Schon immer fertigte sie Kunst für sich selbst an, doch schon bald kam es zu einer steigenden Nachfrage nach ihren Werken.

Mit dem Aufkommen der Coronakrise blieb auf einmal viel kreative Zeit zur Produktion und dem Hinterfragen nach der Zukunft. Inmitten der Krise sah sie das Potential. Statt ewiger Wehklagen über die schwere Lage der Kunst, suchte sie verstärkt nach neuem Arbeitsmaterial und widmete sich der „Perfektion ihres eigenen Stils“.

 

Leo’s Arbeiten sind eine Mischung unterschiedlicher Einflüsse und Techniken. Pop Art trifft auf Mixed Media. Die Basis bilden Collagen aus abgerissenen und von Wind und Wetter oder menschlichem Vandalismus geprägten Altreklamen. Teils Jahre alte Veranstaltungsplakate oder andere Poster werden von ihr gesammelt und zu etwas Neuem verarbeitet. Die Materialien stammen von den verrücktesten Orten und aus verschiedenen Ländern. Wichtig hierbei ist jedoch, dass Leo nur Plakate von jenen Stellen sammelt, an denen Plakatieren ohnehin verboten ist: „Ich will mit meiner Kunst niemandem schaden und nehme nichts ab, was bezahlte Werbung ist“, verrät sie.

Leo bevorzugt die gelebten und verwohnten Stellen einer Stadt, an denen Menschen und die Zeit ihre Spuren hinterlassen haben. An diesen „Nicht-Orten“, wie es die Künstlerin selbst definiert, sammelt sie nicht nur einen Teil ihrer Arbeitsmaterialien. Hier findet sie auch Inspiration. Graffiti an den Wänden oder den Glanz vergangener Tage. Hier sieht man den gelebten Alltag der Großstadt und den Zeitgeist der Urbanität.

 

Aus den Fragmenten ihrer inzwischen riesigen Sammlung an strukturierten und bunten Postermaterialien fertigt sie mehrlagige Collagen mit rauen Elementen und großformatigen Figuren im Fokus an. Für Leo ist das kein Recycling. Es ist der Prozess, Geschichte und das kurze Leben eines Werbeplakates wieder sichtbar zu machen – getragen durch die Kombination aus Formen, Farbe und Persönlichkeiten unserer Zeit. Leo fertigt auf Anfrage auch Auftragsarbeiten an.

 

In der nahen Zukunft werden ihre Werke in Ausstellungen lokal und national ausgestellt werden. Zu sehen war ihre Schaffenskraft bereits in einer Pop Art-Ausstellung in Wien. Sie wird in den nächsten Wochen außerdem beim Street Art Festival im nordrhein-westfälischen Goch, bei der SpektaColor-Ausstellung in Hannover-Döhren, sowie bei der Kunstmeile Hildesheim teilnehmen. Zu sehen sind ihre Werke und ihr Schaffen immerzu

Instagram: @popart_leo

Fotocredits: Leonie

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