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Sonja Pelkowski Kraftlinien – Wenn Brüche Form gewinnen
Sonja Pelkowski Foto: Sandra Friedrich
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Sonja Pelkowski Kraftlinien – Wenn Brüche Form gewinnen

von CityGlow

Kalk, Marmormehl, Pigmente, Fasern und glänzendes Resin: Sonja Pelkowski entwickelt ihre Bilder aus Materialien, die sich verbinden, voneinander abgrenzen oder sichtbare Risse bilden. In ihrer Strukturmalerei werden Brüche nicht verborgen. Sie erscheinen als Spuren einer Veränderung, aus der neue Formen und neue Perspektiven entstehen können.

Sonja Pelkowski Kraftlinien bezeichnet eine künstlerische Position zwischen präziser Materialkenntnis und offenem Entstehungsprozess. Pelkowskis Arbeiten bewegen sich zwischen Verletzlichkeit und Widerstand, Ruhe und Dynamik, natürlicher Erosion und bewusst gesetzter Form.

Ihre Werke sind vom 15. August bis 26. September 2026 in der Gruppenausstellung „Kraftlinien“ in der GlowArt Gallery im Leine-Center Laatzen zu sehen. Die Vernissage findet am 15. August, die Midissage am 5. September 2026 statt.

Risse werden zum Ausgangspunkt neuer Formen

In Sonja Pelkowskis Arbeiten treffen glatte und reliefartige Flächen aufeinander. Intensive Farben grenzen an mineralisch wirkende Zonen, während Risse und harte Kanten den Bildraum durchziehen. Diese Übergänge werden nicht nachträglich geglättet. Sie bleiben als Bestandteil des Werkes sichtbar.

Das Bild „Was die Zeit zurücklässt“ zeigt dieses Prinzip besonders deutlich. Ein leuchtendes Blau begegnet einer rissigen, erdfarbenen Fläche. Aufgesprungene Strukturen und kühle Weite bilden eine Grenzzone, in der der Bruch nicht das Ende der Komposition markiert, sondern ihren Ausgangspunkt.

Pelkowski sucht nicht nach makelloser Geschlossenheit. Was zunächst spröde, beschädigt oder begrenzt erscheint, kann innerhalb ihrer Arbeiten Stabilität gewinnen. Eine harte Kante trennt zwei Bereiche und hält sie zugleich in einer gemeinsamen Bildordnung zusammen.

Diese Gestaltung ist ästhetische Entscheidung und persönliche Erfahrung. Sonja Pelkowski lebt nach eigenen Angaben mit einer schweren chronischen Erkrankung. Über einen Zeitraum von fünf Jahren sei sie bettlägerig gewesen, habe im Rollstuhl gesessen und die Unterstützung ihres Mannes benötigt. Auch heute seien ihre Kräfte begrenzt.

Die Malerei fordert sie körperlich und gibt ihr zugleich Kraft und Lebensfreude. Ihre Bilder werden dadurch jedoch nicht zu Illustrationen einer Krankheitsgeschichte. Die Erfahrung von Begrenzung erklärt vielmehr, weshalb Themen wie Bruch, Regeneration, Widerstandskraft und Transformation in ihrem Werk immer wiederkehren.

„Was andere vielleicht als Eigenheit sehen, ist in Wirklichkeit meine Stärke“, beschreibt Pelkowski eine für ihre Entwicklung wichtige Erkenntnis.

Vom pädagogischen Vermitteln zum eigenen Ausdruck

Bevor Sonja Pelkowski als freischaffende Künstlerin öffentlich hervortrat, beschäftigte sie sich beruflich viele Jahre mit der Entwicklung und den Ausdrucksmöglichkeiten anderer Menschen. Sie arbeitete als Sonderschulpädagogin, später als Sonderschulrektorin und als Ausbilderin angehender Lehrkräfte.

Pelkowski unterrichtete Kunst in den Klassenstufen eins bis neun, gab Technik- und Werkunterricht, leitete Kunst-Arbeitsgemeinschaften und begleitete Referendarinnen und Referendare. Zusätzlich qualifizierte sie sich als Heilpraktikerin für Psychotherapie sowie in Transaktionsanalyse.

Wahrnehmung, Entwicklung und die individuellen Möglichkeiten eines Menschen bestimmten diese berufliche Laufbahn. Nach ihrer krankheitsbedingten Pensionierung verlagerte sich der Schwerpunkt. Aus dem Vermitteln künstlerischer Prozesse wurde ein immer konsequenteres eigenes Gestalten.

Pelkowski begann, Materialien zu prüfen, zu mischen und in mehreren Schichten aufzubauen. Teile einer Oberfläche werden verändert, erneut freigelegt oder bewusst aufgebrochen. Mitunter „zerstört“ sie bereits entstandene Strukturen, damit aus dem Bestehenden eine neue Form hervortreten kann.

Die kreative Neugier war bereits in ihrer Familie und in der Schule gefördert und während ihres Studiums vertieft worden. Nun wurde sie zur Grundlage einer eigenständigen künstlerischen Praxis. Ihre erste Ausstellung „Kunst am See“ in Konstanz, die sie gemeinsam mit acht weiteren Kunstschaffenden bestritt, widmete sich den Themen Wasser, Erde und Natur. Sie markierte Pelkowskis Schritt in die Öffentlichkeit.

Materialwissen zwischen Kalk, Farbe und Resin

Im Zentrum von Sonja Pelkowskis Arbeit steht die Strukturmalerei auf Holzmalgründen. Sie verbindet Acrylfarben und Acryl Inks mit Sumpfkalk, Marmormehl, Crackle-Pasten, Sand, Pigmenten, Beizen, Sprays oder Fasern.

Viele ihrer Strukturmaterialien entwickelt Pelkowski selbst. Statt ausschließlich auf fertige Pasten zurückzugreifen, stellt sie eigene Mischungen her und stimmt diese auf den jeweiligen Bildprozess ab. Dahinter steht ein über Jahre aufgebautes Wissen darüber, wie unterschiedliche Stoffe reagieren, trocknen, aufbrechen oder sich miteinander verbinden.

Häufig ergänzt Resin die rauen Oberflächen. Das glänzende Harz legt optische Tiefe über reliefartige Bereiche. Glatte und spröde Zonen, mineralische Anmutungen und intensive Farben treten dadurch in einen deutlichen Gegensatz.

Ihre Bilder entstehen nicht nach einem vollständig festgelegten Entwurf. Pelkowski baut Schichten auf, verändert sie und reagiert auf das Verhalten der Materialien. Dieser Prozess ist offen, aber nicht beliebig: Intuition verbindet sich mit handwerklicher Präzision und Erfahrung.

Die für die GlowArt Gallery ausgewählten Werke zeigen eine große farbliche und formale Bandbreite. „With Hope“ arbeitet mit Neon- und Fluoreszenzfarben sowie kräftigen Pink-, Rosa-, Orange- und Rottönen. „Aqua Terra“ und „Was die Zeit zurücklässt“ erscheinen dagegen ruhiger und erdverbundener. Blau, Türkis und mineralisch wirkende Flächen bestimmen ihre Farbwelt.

In „Atem der Erde“ schwebt eine kühle obere Zone über warmen und körnigen Schichten. „Wurzeln, die schweigen“ verdichtet Fasern und gedeckte Naturfarben zu einem Geflecht. Arbeiten wie „Stille Verführung“ und „Independent Women“ erweitern die Materialmalerei um Schrift, Collage und figurative Andeutungen.

Diese Werke sind keine klassischen Landschaftsbilder. Sie lassen sich eher als innere Zustandsräume mit landschaftlicher Wirkung lesen. Manche erscheinen archaisch und fest mit der Erde verbunden, andere fließend und atmosphärisch.

Sonja Pelkowski Kraftlinien: Transformation als Prinzip

Die Verbindung zwischen Sonja Pelkowskis Kunst und der Ausstellung „Kraftlinien“ ergibt sich aus ihren Oberflächen. Linien entstehen bei ihr nicht nur durch Zeichnung oder Pinselbewegung. Auch Risse, Materialgrenzen, Fasern und die Kanten übereinanderliegender Schichten durchziehen ihre Bilder.

Eine solche Kraftlinie kann trennen und verbinden. Sie kann eine Verletzung markieren oder eine Öffnung bilden, durch die ein neuer Bildbereich sichtbar wird. In Pelkowskis Arbeiten bleibt diese Mehrdeutigkeit bewusst erhalten.

Brüche und Schichtungen erscheinen nicht als Endpunkte. Sie werden zu Prozessen, aus denen neue Formen und Blickrichtungen hervorgehen. Unterschiedliche Materialien bewahren dabei die Spuren ihrer Bearbeitung. Struktur wird zum Träger von Erinnerung, Emotion und Veränderung.

„Meine Kunst ist ein Blick in die Seele – es entstehen Werke zwischen Verletzlichkeit und Widerstandskraft, getragen von der Kraft der Natur“, formuliert Pelkowski ihre Haltung.

Die Interpretation ihrer Risse als Kraftlinien liegt deshalb nahe: Was einer Oberfläche scheinbar ihre Geschlossenheit nimmt, gibt dem Bild zugleich Rhythmus, Spannung und Richtung. Pelkowskis Kunst handelt nicht allein vom Bruch, sondern von der gestalterischen Energie, die daraus entstehen kann.

Sonja Pelkowski in der GlowArt Gallery Laatzen

Vom 15. August bis zum 26. September 2026 zeigt die GlowArt Gallery im Leine-Center Laatzen Sonja Pelkowskis Arbeiten in der kuratierten Gruppenausstellung „Kraftlinien“. Im Original wird die physische Wirkung ihrer Oberflächen sichtbar, die sich in Fotografien nur eingeschränkt erfassen lässt.

Die Vernissage beginnt am Samstag, 15. August 2026, um 16:00 Uhr. Die Midissage findet am Samstag, 5. September 2026, ebenfalls von 16:00 bis 19:00 Uhr statt.

Weitere Informationen zur Ausstellung veröffentlicht die GlowArt Gallery auf ihrer Website. „Kraftlinien“ endet am 26. September 2026.


Kraftlinien in der GlowArt Gallery

  • Künstlerin: Sonja Pelkowski
  • Ausstellung: Kraftlinien
  • Ort: GlowArt Gallery im Leine-Center Laatzen
  • Vernissage: 15. August 2026, 16:00–19:00 Uhr
  • Midissage: 5. September 2026, 16:00–19:00 Uhr
  • Ausstellungszeitraum: 15. August bis 26. September 2026

Häufige Fragen zu Sonja Pelkowski und Kraftlinien

Wer ist Sonja Pelkowski?

Sonja Pelkowski ist eine freischaffende Künstlerin mit beruflichem Hintergrund in Sonderpädagogik, Schulleitung und Lehrkräfteausbildung. Nach ihrer krankheitsbedingten Pensionierung entwickelte sie ihre eigene künstlerische Praxis konsequent weiter.

Was kennzeichnet die Kunst von Sonja Pelkowski?

Pelkowski arbeitet vorwiegend mit Strukturmalerei auf Holzmalgründen. Sie verbindet Acryl, Kalk, Marmormehl, Pigmente, Sand, Fasern und Resin zu vielschichtigen Oberflächen, in denen Risse und Materialgrenzen sichtbar bleiben.

Wo sind die Arbeiten von Sonja Pelkowski zu sehen?

Ihre Werke werden in der Ausstellung „Kraftlinien“ in der GlowArt Gallery im Leine-Center Laatzen präsentiert. Die Ausstellung läuft vom 15. August bis zum 26. September 2026.

Wann findet die Ausstellung Kraftlinien statt?

Die Vernissage findet am 15. August 2026 von 16:00 bis 19:00 Uhr statt. Zur Midissage lädt die Galerie am 5. September ebenfalls von 16:00 bis 19:00 Uhr ein.

Kraftlinien - Ausstellung in der GlowArt Galerie in Hannover Laatzen
Kraftlinien – Ausstellung in der GlowArt Galerie in Hannover Laatzen

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Sechs Künstlerinnen, sechs Lebenswege und sechs eigenständige Bildsprachen: CityGlow stellt die Teilnehmerinnen der Ausstellung „Kraftlinien“ ausführlich vor. Entdecke Anita Franz und ihre OCEAN-Serie, Kordula Bodes Aquarelle in Bewegung, Regina Reichenbachs Weg vom Schwarz zur Farbe, Sonja Pelkowskis vielschichtige Materialwelten, Tatjana Hartmann alias Thana zwischen Mensch, Natur und Symbol sowie Vivien Kuntes Kunst zwischen rauen Oberflächen und feinen Zeichenspuren.

Gemeinsam zeigen die Porträts, wie unterschiedlich persönliche Erfahrungen, Veränderung und innere Stärke in der zeitgenössischen Kunst sichtbar werden.

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