Die erste Adresse für hochwertige Instrumente in Hannover

Michael Panusch

26. September 2022

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Zwischen Opernhaus und Musikhochschule liegt – auf halbem Weg – das Klavierhaus Meyer. Wenn man so will, drei Institutionen des hannoverschen Musiklebens auf einer Achse. Das Klavierhaus wurde 1871 gegründet, als hannoversches Pianohaus in der Artilleriestraße, die seit 1953 Kurt-Schumacher-Straße heißt. Einen Herrn Meyer gibt es in dem gleichnamigen Klavierhaus schon lange nicht mehr. Jörg Hoffmann hat das Unternehmen zur Jahrtausendwende übernommen und dabei ist zusammengekommen, was zusammengehört. Das Leben der Hoffmanns ist ein Leben mit der Musik. Der Urgroßvater gründete vor 100 Jahre ein Klaviertransportunternehmen, das heute in vierter Generation Jörg Hoffmanns Brüder betreiben. Der Vater war Klavierbauer, sein Großvater ebenfalls – damit war auch Jörgs Weg vorgegeben. Er lernte bei der Firma Schimmel in Braunschweig und wurde Klavier- und Cembalobaumeister.

Und irgendwann hat er sich dann eben entschlossen, auch noch Unternehmer zu werden, seine Werkstatt an den Herrenhäuser Gärten aufzugeben und in die Königstraße umzuziehen. Es ist ein schmales Haus in einer schönen Geschäftsstraße, in der inhabergeführte Häuser das Bild prägen. Klaviere, Flügel und Digitalpianos sind da in der Nummer 9a versammelt; Instrumente aller Preisklassen, vom günstigen Stück aus Japan bis zum teuren Konzertflügel, gebaut bei Grotrian-Steinweg, dem Braunschweiger Traditionshaus, für das Hoffman seit einem halben Jahr die Generalvertretung innehat. In der Branche wertet man so etwas als eine Art Ritterschlag. Grotrian-Steinweg ist „high end“, ein Spitzenflügel kostet so viel wie eine Eigentumswohnung.

Hier bekommen die Klaviere Form und Klang zurück

Doch um Klavier zu spielen oder zu lernen, muss man nicht unbedingt reich sein. „Wir bieten auch gespielte Klaviere zur Miete an“, sagt Jörg Hoffmann, „das kann schon bei 30 Euro im Monat losgehen.“ Man sollte da genau hinhören. Die Rede ist nicht von einem „gebrauchten“, sondern von einem gespielten Klavier. Ein feiner Unterschied. Gebraucht ist vielleicht ein Automobil, aber ein Klavier oder gar ein Flügel ist für seinen Baumeister eine Persönlichkeit. Manche mit einer durchaus bewegten Geschichte.

Dazu gehört der Blüthner-Flügel, der in der Werkstatt des Hauses in der Königstraße auf seine Restaurierung wartet und vermutlich fast 100 Jahre alt ist. Das reichlich ramponierte Instrument hat bis vor Kurzem in einer Schule in Thüringen gestanden und man ahnt, dass es nicht nur von tausend Kinderhänden malträtiert wurde, sondern wohl auch als Turngerät oder Gruppensitzmöbel herhalten musste. Jörg Hoffmanns Mitarbeiter, drei gut ausgebildete Klavierbauer und -stimmer, werden wohl gut 200 Arbeitsstunden zu tun haben, ehe der Blüthner wieder repräsentabel ist. Die Besitzerin wird das einiges kosten, aber sie hängt an den Erinnerungen. Auf diesem Blüthner hat sie das Klavierspiel gelernt.

Der Retter der vernachlässigten Instrumente

Nicht nur die Besitzer kostbarer Instrumente sorgen dafür, dass in der Werkstatt in der Königstraße nie Langeweile aufkommt. Manchmal packt auch Jörg Hoffmann wieder die Liebe zu alten Klavieren. So erging es ihm mit einem Grotrian-Steinweg, den er in einem Gymnasium vor den Toren Hannovers entdeckte, abgeschoben in die Aula-Ecke, missachtet und zerkratzt. „Es gab einmal eine Zeit, da konnten sich Schulen solch teure Instrumente leisten“, erinnert sich der Klavierbaumeister. Heute strahlt der Flügel in schwarzem Schellack, als sei er gerade im Werk in Braunschweig aus der Fertigungshalle geschoben worden. Jörg Hoffmann musste ihn einfach retten.

Genauso wie das Kunstspielklavier, das bescheiden in einer Ecke des Ausstellungsraums an der Wand lehnt. Es stammt aus dem Saal einer Dorfkneipe in der Nähe von Braunschweig. Hoffmann hat es entdeckt und vor dem sicheren Instrumententod bewahrt. Ob er für das restaurierte Stück jemals einen Käufer findet, ist ungewiss. Ein Kunstspielklavier wird pneumatisch betrieben. Es ist zwar von Hand spielbar, kommt aber auch allein zurecht, indem es Impulse von einer Rolle gelochten Papiers empfängt.

In der Kundenkartei des Klavierhauses Meyer finden sich übrigens viele illustre Namen. Zur Ausbildung eines Baumeisters gehört auch das Klavierstimmen, und dieser Teil seines Berufs beschert Jörg Hoffmann hin und wieder Kontakt zu den Berühmtheiten des internationalen Musikgeschäfts. So hat er mit Joan Baez, der großen alten Dame der amerikanischen Protestbewegung der sechziger Jahre, ganz gemütlich Kaffee trinken dürfen und als Lang Lang in Hannover gastierte, wurde der Klavierbaumeister in die Pianosuite des Hotels Luisenhof gebeten, um das Instrument für den chinesischen Superstar zu stimmen.

Klavierhaus Meyer
Königstraße 9a
30175 Hannover

Telefon: 0511 – 343473
www.klavierhaus-meyer.de
info@klavierhaus-meyer.de
www.facebook.com/KlavierhausMeyerHannover
www.instagram.com/klavierhaus_meyer

cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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