Wibke Schulz: Zwischen Kontur und Auflösung
Wibke Schulz malt Menschen nicht als festgelegte Erscheinungen. Gesichter bleiben erkennbar, während Körper in Farbe, Linien und übereinanderliegenden Schichten aufgehen. Am 7. August 2026 zeigt die Künstlerin ihre Arbeiten bei der Vernissage „Abstraktion. Impression. Figurativ.“ in der GlowArt Gallery in der Hamburger HafenCity.
Wer ist Wibke Schulz?
Wibke Schulz ist eine 1972 in Hannover geborene Künstlerin und Diplom-Grafikdesignerin. In ihrer figurativen Malerei beschäftigt sie sich mit Veränderung, Verletzlichkeit, Erinnerung und den Spuren, die Erfahrungen im Menschen hinterlassen.
Von 1992 bis 1997 studierte sie Kommunikationsdesign an der Werkkunstschule Lübeck. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet sie außerdem als User Experience Designerin. In diesem Beruf untersucht sie, wie Menschen digitale Produkte wahrnehmen, verstehen und nutzen.
Diese analytische Tätigkeit bildet einen Gegenpol zu ihrer künstlerischen Arbeit. Während im Design Klarheit, Funktion und Nachvollziehbarkeit gefragt sind, lässt Wibke Schulz in ihrer Malerei bewusst offene Stellen zu. Beiden Bereichen gemeinsam ist die genaue Aufmerksamkeit für den Menschen.
Was kennzeichnet die Kunst von Wibke Schulz?
Ein Gesicht tritt aus einem intensiven Farbraum hervor. Es besitzt Kontur und Präsenz, doch der Körper darunter beginnt sich bereits aufzulösen. Linien brechen ab, Flächen überlagern sich. Rot und gebranntes Orange treffen auf Petrol, Blau und dunkle Partien.
Wibke Schulz malt keine Porträts bestimmter Personen. Sie versteht ihre Figuren als Träger von Erfahrungen, die sich nicht geradlinig erzählen lassen. Dazu gehören Veränderung und Verletzlichkeit ebenso wie überstandene Brüche und die Rückstände schwieriger Erlebnisse.
Die dargestellten Menschen erscheinen deshalb nicht abgeschlossen. Präziser ausgearbeitete Gesichtspartien stehen neben offenen Körperformen. Die Figuren bleiben präsent, ohne sich vollständig preiszugeben.
„Das Unfertige ist nicht unvollständig. Es ist ehrlich“, schreibt Wibke Schulz über ihre Arbeitsweise. Das Unvollendete ist für sie kein Mangel, sondern ein bewusst eingesetzter Bestandteil ihrer Bildsprache.
Wie entstehen ihre Bilder?
Seit 1996 beschäftigt sich Wibke Schulz kontinuierlich mit Acryl, Pastell und Ölpastell. Workshops bei Insa Hoffmann und Inga Mihailovic erweiterten ihre künstlerische Praxis. Seit 2020 konzentriert sie sich verstärkt auf figurative Arbeiten.
Ihre Bilder entstehen in mehreren Schichten. Die Künstlerin malt, übermalt und zeichnet in bereits vorhandene Flächen hinein. Frühere Spuren bleiben teilweise sichtbar. Acrylflächen treffen auf Pastell und Ölpastell, kontrollierte Gesichtspartien auf gestische Linien.
Der Entstehungsprozess wird nicht verdeckt. Er bleibt im fertigen Werk lesbar. Kontrolle und Spontaneität stehen dabei nebeneinander.
Auch Farbe besitzt eine tragende Funktion. Rot, Sienna und gebranntes Orange bilden häufig einen intensiven Grund. Petrol, Blau und dunklere Flächen setzen Kontraste. Farbe formt die Figuren, verdeckt einzelne Partien und lässt sie an anderer Stelle wieder hervortreten.
Warum verwendet Wibke Schulz Schrift in ihren Bildern?
Eine weitere Ebene entsteht durch die eigene Handschrift der Künstlerin. Worte liegen auf der Haut, auf der Figur oder im Bildgrund. Einige bleiben lesbar, andere verschwinden teilweise im malerischen Geschehen.
Diese Worte sind nicht nur grafische Elemente. Sie stehen für das, was die dargestellte Gestalt selbst nicht aussprechen kann. Sichtbares Bild und geschriebene Sprache begegnen sich, ohne eine eindeutige Erzählung vorzugeben.
Die Betrachterinnen und Betrachter erhalten damit keine fertige Deutung. Die offenen Stellen lassen Raum für eigene Erinnerungen und Empfindungen.
Verletzlichkeit und Widerstandskraft
Wibke Schulz beschäftigt sich mit einer Form von Stärke, die nicht aus Unversehrtheit entsteht. Brüche und Narben erscheinen in ihren Bildern nicht als vorübergehende Störungen, die beseitigt werden müssen. Sie werden als Teil einer Identität sichtbar.
Verletzlichkeit ist dabei nicht mit Schwäche gleichzusetzen. Auch Widerstandskraft erscheint nicht als makellose Härte. Beides kann gleichzeitig vorhanden sein.
Die Figuren sind gezeichnet, aber nicht gebrochen. Sie bleiben offen, ohne schutzlos zu wirken. Darin liegt das zentrale Spannungsfeld dieser Malerei: Der Mensch erscheint nicht als fertiges Ergebnis, sondern als eine Gestalt in fortwährender Veränderung.
Wibke Schulz in der Hamburger HafenCity
Am 7. August 2026 sind Arbeiten von Wibke Schulz bei der Vernissage „Abstraktion. Impression. Figurativ.“ in der GlowArt Gallery Hamburg zu sehen. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr.
Neben Wibke Schulz präsentieren Lothar Bergmann, Elena Grumann, Gisela Grünling, Maren Lüke-Amato, Rolf Krieger, Rainer Augur, Stanislava Maryšková und Andrea Engler ihre Werke.
Die neun Positionen reichen von abstrakten Kompositionen und atmosphärischen Impressionen bis zu figurativen Darstellungen.
Termin und Veranstaltungsort
Vernissage: Freitag, 7. August 2026
Beginn: 17 Uhr
Ort: GlowArt Gallery Hamburg
Adresse: Baakenallee 88, 20457 Hamburg
Stadtteil: HafenCity


Häufige Fragen zu Wibke Schulz
Wer ist Wibke Schulz?
Wibke Schulz ist eine 1972 in Hannover geborene Künstlerin und Diplom-Grafikdesignerin. Sie arbeitet außerdem seit mehr als 25 Jahren als User Experience Designerin.
Welche Kunst macht Wibke Schulz?
Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen figurativer Darstellung und malerischer Auflösung. Sie verbindet Acryl, Pastell und Ölpastell mit Zeichnung und handschriftlichen Elementen.
Malt Wibke Schulz konkrete Personen?
Nein. Nach den vorliegenden Angaben handelt es sich nicht um Porträts bestimmter Personen. Ihre Figuren stehen vielmehr für menschliche Erfahrungen, Veränderungen und innere Spuren.
Wo stellt Wibke Schulz in Hamburg aus?
Ihre Arbeiten werden am 7. August 2026 in der GlowArt Gallery, Baakenallee 88, in der Hamburger HafenCity präsentiert.
Wann beginnt die Vernissage?
Die Vernissage „Abstraktion. Impression. Figurativ.“ beginnt am Freitag, 7. August 2026, um 17 Uhr.
CityGlow Tipp
Wer die künstlerische Entwicklung von Wibke Schulz weiterverfolgen möchte, findet bei CityGlow bereits ein ausführliches Porträt über ihre Malerei zwischen Körper, Farbe und Präsenz.
Einen Einblick in den Hamburger Galeriestandort gibt der CityGlow-Beitrag „GlowArt Gallery Hamburg: Kunst mit Herz und Haltung“.
Mit Gisela Grünling beteiligt sich eine weitere Künstlerin an der Vernissage am 7. August. CityGlow hat ihre lichtabhängige Werkserie im Beitrag „Supernova: Schwarzlichtkunst, die Räume verändert“ vorgestellt.
Weitere Informationen zu ihrer Biografie, Arbeitsweise und Malerei bietet das offizielle Künstlerprofil von Wibke Schulz bei der GlowArt Gallery.





