Für eine Zeit hatte Yarn-Bombing Hannover als Trend im Griff © Mansha Friedrich

Stricken für die Gleichberechtigung

Michael Panusch

17. Februar 2023

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Bei dem Begriff „Street Art“ denken die meisten wahrscheinlich zuerst an Graffiti. Die Künstlerin Mansha Friedrich hat eine ganz besondere Form der Street Art nach Hannover gebracht. Wie Strick-Kunst die Street Art Szene prägte und was Wolle mit Feminismus zu tun hat: Wir blicken zurück auf die Zeit, in der „Yarn Bombing“ in Hannover populärer denn je war.

„Yarn Bombing“ ist eine Form der Street Art, bei der statt mit Kreide und Farblacken mit Wolle und Garn gearbeitet wird. Bis Ende der 2010-er strickte Mansha Friedrich sämtliche öffentliche Orte in Hannover komplett in Wolle ein. Mit ihrer Strickkunst hatte Mansha vor allem ein Ziel: Sie wollte Menschen, die von der Gesellschaft nicht gesehen werden, eine Plattform bieten.

 

Frauen werden in den Fokus gerückt

 

„Die großen Graffitikünstler sind Männer, sie wurden auf Street-Art-Events eingeladen und bekamen alles bezahlt. Dass Yarn Bombing auch zur Street Art gehört, daran hat keiner gedacht. Meine Kolleginnen mussten selbst zu den Events reisen, sich Tickets kaufen und alles selbstständig zahlen, obwohl sie genauso Teil der Branche sind, beziehungsweise waren“, erzählt Mansha. „Ich war irgendwann gezwungen, mit dem Yarn Bombing aufzuhören, weil ich fast jede meiner Installationen selbst finanzieren musste. Irgendwann hat sich das Yarn Bombing nicht mehr rentiert.“

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Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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