Geselliges Zusammensein in der Bioch Hütte ©Mintmediahouse

Der Berg ruft: Skifahren mit Genuss in Alta Badia  

Michael Panusch

29. Februar 2024

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Die Norddeutschen sind teilweise sehr Ski verrückt und die Begeisterung für den Wintersport wird nahezu von Generation zu Generation vererbt. Wer schon mit seinen Eltern in die Berge gefahren ist, gibt wahrscheinlich auch an seine Kinder den Ski-Virus weiter. In Hamburg werden die Frühjahrsferien sogar im Volksmund Skiferien genannt und sind in diesem Jahr – sehr zum Ärgernis von manchem Wintersportler – relativ spät von Mitte bis Ende März. Wer dennoch den Schnee, imposante Berge und vor allem eine einzigartige Kulinarik nicht missen möchte, der fährt am besten in das Gebiet von Alta Badia in Südtirol. Die Höhenlagen inmitten der Dolomiten zwischen 1300 und 2778 Metern versprechen ab Ende November/Anfang Dezember eine Skisaison, die bis in den April andauert.   

Auf 2222 Metern Höhe befindet sich die Jimmi Hütte am Grödner Joch. Ein Anziehungspunkt für Wanderer, Mountainbiker und natürlich Skifahrer. Hier oben ist der gelernte Koch Josef (Jimmi) Schrott seit 2009 Gastgeber aus Leidenschaft und bewirtet auch „super viele Norddeutsche“, wie er sagt. Sein Schlüssel zum Erfolg im Laufe der Jahre bestehe aus: „Einer warmherzigen Gastfreundschaft, einer atemberaubenden Kulisse und einem zauberhaften Ambiente, gepaart mit einem vorzüglichen Essen und einem erlesenen Glas Wein in guter Gesellschaft.“ Worte, die wirklich stimmen: Wer auf sein Essen wartet, genießt den Blick auf das mächtige Bergmassiv des Sella Stocks, und beobachtet das Treiben um sich herum. Gelegentlich sind auch prominente Gesichter unter den Gästen zu entdecken, wie etwa Moderatorin Michelle Hunziker, Tennisspieler Jannik Sinner oder der ehemalige Skirennläufer Franz Klammer. Früher bestellte man Klassiker wie Bier, Schnaps, durchschnittliche Rot- und Weißweine und aß dazu vielleicht ein Gulasch. Heute ist das Niveau der Karte auf vielen Hütten gehobener, neben traditionellen Gerichten wie Leberknödelsuppe gibt es bei Jimmis auch ein Gericht der Drei-Sterneköchin Ana Roš, zudem wurde 2023 Jimmis Berghütte mit dem Südtiroler Preis für Weinkultur ausgezeichnet. Die Jury urteilte: Er biete eine exzellente Weinkarte mit freundlich, zugewandter und kompetenter Beratung an. In der Tat findet sich eine umfangreiche Auswahl an Südtiroler und internationaler Tropfen auf der Karte – und passenderweise ist Jimmis Sohn Philipp auch noch Sommelier.   

Von Kulinarik und Wein verstehen Markus Valentini und sein Vater Goffredo ebenfalls etwas. Sie betreiben die Hütte Bioch, wo drei Pisten zusammenlaufen, die zu den Ortschaften Stern, Corbara und Sankt Kassian hinabführen. Bekannt sind die beiden Männer für ihre ladinische Küche mit alpiner Note unter der Leitung von sieben Küchenchefs. Unbedingt bestellen sollte man – neben Speck und Käse am Brett – Turtes, das sind gefüllte Teigtaschen mit Spinat und Ricotta oder Sauerkraut. Auch hier gibt es eine Kooperation mit einem Sternekoch: So hat Norbert Niederkofler einen Gourmetteller mit Tortelli einer Paté aus Ricotta und Speck auf einem Bohnenfond entwickelt. Wer hier isst, tut nebenbei auch noch Gutes, wenn er Skifahren mit Genuss gebucht hat. Ein Programm, bei dem drei Euro pro Gericht an ein Wohltätigkeitsprojekt gehen, das Palliativpatienten bis 30 Jahre unterstützt. Vater und Sohn sind neben ladinischen Genüssen auch für ihren umfassenden Weinkeller bekannt, der mittlerweile 1.200 erlesene Etiketten und über 11.000 Flaschen vorweist.  

Rebbau und Weinerzeugung haben in Südtirol eine jahrhundertelange Tradition. Beeinflusst von mediterran milden Luftströmen, bauen die Winzer hier in der Region mehr als 20 Rebsorten an. Von Weissburgunder über Sauvignon Blanc und Pinot Noir bis zu alteingesessenen Sorten wie Gewürztraminer, Vernatsch und Lagrein – insgesamt entstehen so 64 Prozent Weiß- und 36 Prozent Rotwein. Südtirol ist das kleinste Anbaugebiet Italiens, hat aber dennoch eine herausragende Qualität, die auf die verschiedenen Böden, einzigartigen Lagen und entsprechenden Sorten zurückzuführen ist. Immerhin gibt es 4800 Weinbauern-Familien und 274 Kellereibetriebe. Da die Geschichten der Weinkultur spannend sind, werden inzwischen Skilehrer zu Ski-Wine-Ambassadore ausgebildet. Als Botschafter zeigen sie atemberaubende Abfahrten und vermitteln zudem lokales Weinwissen. Patrick Agreiter ist einer von 80 Ski-Wine-Ambassadoren, der seit drei Jahren seine Gäste mit auf eine kulinarische Tour über die Pisten nimmt. „Bei mir kam das Interesse an Wein mit der Zeit. Wenn ich etwa mit Freunden zusammensaß und wir etwas getrunken haben, wollten wir schon bald mehr über den Inhalt der Flasche wissen“, sagt der 44-Jährige, der seit 25 Jahren als Skilehrer tätig ist. Um als Ski-Wine-Ambassador arbeiten zu können, muss er regelmäßig einen Kurs vom Konsortium Südtiroler Weine (ein Zusammenschluss und Interessenvertretung von Kellereigenossenschaften, Weingütern und freien Weinbauern) belegen, bei dem Wissen etwa über Reben, Terroir und die Weinkultur an sich weitergegeben wird. Er selbst trinkt am liebsten Blauburgunder und das aus einem simplen Grund: „Er passt einfach am besten zu den meisten Speisen.“ So gibt es auch „Sommelier on the slopes“-Touren von Hütte zu Hütte, auf denen nicht nur Weine zusammen mit einem Sommelier verkostet werden, sondern auch das sogenannte Wine-Pairing mit ausgewählten Speisen stattfindet. Skifahren macht schließlich nicht nur durstig, sondern auch hungrig.  

Tipps:  

  • Anreise von Hamburg mit der Fluggesellschaft Sky Alps bis Bozen in max. zwei Stunden  
  • Ladinische traditionelle Küche: Maso Runch, Agrotourismus-Bauernhof mit einem familiengeführten Restaurant, in dem alles handgemacht wird. Reservierung empfohlen! www.masorunch.it 
  • Gehobene Küche: La Stüa de Michil, Gourmetrestaurant von Sternekoch Simone Cantafio im Hotel La Perla in Corvara, www.lastuademichil.it  
  • Südtirol in Hamburg: Im Fischereihafen Restaurant und bei Andronaco gibt es etwa die Weine von Ivan und Günther Giovanett des Weinguts Castelfelder 
Die Jimmi Hütte ©Mintmediahouse

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Michael Panusch

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