Kunstkolumne: Georgia O’Keeffe – Meisterin der Moderne und Ikone der Blumenmalerei
von Caren Cunst
Liebe Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber, liebe Kunstfreunde,
heute starte ich das neue Jahr mit einer neuen Kunstkolumne für CityGlow – und mit einer Künstlerin, die für mich zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte zählt. Wer meine Kolumnen kennt, weiß: Ich liebe es, große Namen nicht nur vorzustellen, sondern auch ein Gefühl dafür zu vermitteln, warum sie bis heute wirken.
Falls ihr meine bisherigen Beiträge verpasst habt, findet ihr hier zwei Einstiege in meine CityGlow-Kolumnenwelt:
👉 Caren Cunst schreibt über Leonardo da Vinci: https://cityglow.de/caren-cunst-schreibt-ueber-leonardo-da-vinci/
👉 Caren Cunst schreibt über Kunst (Kolumnenübersicht): https://cityglow.de/caren-cunst-schreibt-ueber-kunst/
Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin nicht nur Autorin, sondern selbst Künstlerin – im letzten Jahr durfte ich auf Sylt eine große Ausstellung präsentieren. Einen Einblick dazu findet ihr hier:
👉 https://cityglow.de/kunst-trifft-klang-caren-cunst-begeistert-in-der-alten-post-galerie-auf-sylt/
Und nun zu einer Frau, die mich seit vielen Jahren inspiriert:
Georgia O’Keeffe (1887–1986) – eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts
Georgia O’Keeffe war eine amerikanische Malerin und zählt zu den bekanntesten US-amerikanischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie gilt als eine der Begründerinnen der amerikanischen Moderne – und als Pionierin eines Stils, der Präzision, Klarheit und Reduktion miteinander verbindet.
Bekannt wurde sie vor allem durch ihre abstrahierte, aber dennoch eindeutig erkennbare Darstellung von Naturformen. Ihre Gemälde von Blumen, Küstenlandschaften und dem amerikanischen Südwesten haben die moderne Kunst nachhaltig geprägt – und lösten zugleich Anerkennung, Diskussionen und intensive Interpretationen aus.
In den 1920er Jahren erlangte O’Keeffe in der New Yorker Kunstszene Aufmerksamkeit – ein Moment, der ihr künstlerisches Gewicht in der Kunstwelt endgültig sichtbar machte.
Die Blumen – abstrakt, kraftvoll und doch so nah an der Natur
O’Keeffe wurde weltberühmt für ihre Blumenmotive. Doch diese Bilder sind nicht einfach „Blumenbilder“. Sie sind Betrachtungen – beinahe wie ein Heranzoomen der Welt.
Warum malte sie Blumen?
„Man nimmt sich wirklich selten die Zeit, eine Blume wirklich zu sehen. Ich habe sie groß genug gemalt, damit andere sehen, was ich sehe.“
Dieser Satz ist für mich ein Schlüssel zu ihrem Werk: Sehen lernen. Genau hinsehen. Schönheit nicht nebenbei konsumieren – sondern sie bewusst erleben.
Eine Frau, die Kunstgeschichte verändert hat
Georgia O’Keeffe trug wesentlich dazu bei, die Rolle von Frauen in der amerikanischen Kunst neu zu definieren. Sie stand für Individualität und abstrakten Ausdruck – lange bevor diese Haltung in der breiten Kunstwelt wirklich anerkannt war.
Von ihr existieren rund 249 Werke, und sie gilt als eine der meistfotografierten Frauen des 20. Jahrhunderts.
Persönlich verehre ich Georgia O’Keeffe sehr – denn sie kann ohne Zweifel in einem Atemzug mit Künstlern wie Wassily Kandinsky, Claude Monet und anderen Größen der Kunstgeschichte genannt werden. Ihre Arbeit ist visionär, unverwechselbar und zeitlos.

Foto/Bildnachweis: Georgia O’Keeffe, Public Domain, via Wikimedia Commons
Verbindung zu Frida Kahlo: Zwei Kulturen – eine Ära
Eine besondere Verbindung bestand zwischen Georgia O’Keeffe und Frida Kahlo. Ihre Beziehung war geprägt von gegenseitiger Bewunderung und Anteilnahme.
Man könnte sagen:
Zwei Kulturen, zwei Lebenswege, eine Ära.
Rekordpreis: Das teuerste Werk von Georgia O’Keeffe
Das teuerste Gemälde von Georgia O’Keeffe ist das 1932 entstandene Werk „Jimson Weed / White Flower No. 1“. Es wurde für 44,4 Millionen Dollar verkauft und stellte damit einen Rekord auf: das teuerste jemals verkaufte Werk einer Künstlerin.
Fazit: O’Keeffe lehrt uns, das Detail zu feiern
Und so endet meine kleine Hommage an eine Künstlerin, die uns lehrt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Die Schönheit im Detail zu entdecken – und den Mut zu haben, sie groß zu zeigen.
Mögen wir alle ein bisschen mehr O’Keeffe in uns tragen: neugierig, leidenschaftlich und unbeirrbar.
Mit künstlerischer Leidenschaft und herzlichen Grüßen
Caren Cunst





