Beim PLATZprojekt vorbeischauen lohnt, entspannte Atmosphäre und Events locken © Jamuna Putzke

Sozial, kunterbunt und nachhaltig: das PLATZprojekt

Michael Panusch

13. März 2023

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Bunte Container stapeln sich übereinander, farbfrohe Graffitis säumen den Skateplatz und überall gibt es etwas Neues zu entdecken. Das PLATZprojekt bietet Menschen die Möglichkeit, ihre individuellen Projektideen in Schiffscontainern zu realisieren. „Wir haben eine Mikrobrauerei, eine Fahrradmanufaktur, einen Veranstaltungsort für Workshops – es gibt ganz viele Projekte, die hier stattfinden“, erzählt Kiriakoula Kremantzouli, die gemeinsam mit David Lampe die Geschäftsleitung des PLATZprojekts bildet. 

Die Entstehung des PLATZprojekts 

Das PLATZprojekt entstand 2014 neben dem Skatepark 2er in Linden an der Fössestraße. Schließlich kam die Idee auf, den Platz dahingehend zu nutzen, dass sich Ideen, Projekte und Menschen frei entfalten können. Dafür wurde das Nachbargelände in Beschlag genommen, welches genauso brach lag wie der Skatepark zuvor. „In dem Moment, in der diese Selbstwirksamkeit gespürt wurde, etwas leisten zu können, haben sich alle als Architekten, Bauplaner oder Ähnliches professionalisiert“, berichtet Lampe. Das PLATZprojekt sei ein Ort, der Menschen befähigen soll, ohne soziale Schranken oder Bildungsbarrieren teilzuhaben, zu wachsen, zu lernen und mit den bereits aktiven Menschen Dinge zu gestalten. 

Die Bewerbung um einen Container findet online unter PLATZprojekt.de/mitmachen statt. Dort müssen Fragen beantwortet werden, mit denen die Projektidee vorgestellt wird. Das PLATZprojekt bemüht sich, die Einstiegshürde seinerseits so gering wie möglich zu halten. „Wir bieten einen Raum, um sich selbstwirksam zu beteiligen und auszuprobieren, ohne diese große finanzielle Hürde“, sagt Kremantzouli. Menschen wird hier die Chance gegeben, sich im Kleinen auszuprobieren und dann größer zu werden. Ein Beispiel hierfür ist das Tiny House auf dem Platz. „Der-Tiny House-Container ist hier als Prototyp entstanden, weil er hier barrierearm gebaut werden konnte“, erklärt Lampe. „Der Mensch, der das gebaut hat, ist erfolgreich und hat sich auf wirtschaftlicher Ebene mit vielen Nachhaltigkeitsaspekten weiterentwickelt.“ 

Gesucht: Ehrenamtliche 

Das PLATZprojekt ist ein eingetragener Verein und umfasst um die 300 Mitglieder, die den Ort nutzen, um gemeinsam zu wachsen. „Das bedeutet nicht nur zu konsumieren, sondern gemeinsam partizipativ etwas zu gestalten“, sagt Lampe. Nachhaltigkeit ist einer der zentralen Aspekte auf dem Platz und das bedeutet unter anderem: leihen statt kaufen. In der Bibliothek der Dinge können niedrigschwellig Werkzeuge, Küchenutensilien und Weiteres ausgeliehen werden. „Ökologisch, ökonomisch, sozial, aber auch kulturell: Nachhaltigkeit ist das, was wir anstreben sollten“, meint Lampe. „Eine Einmaligkeit verpufft und dient nur dem Selbstzweck des eigenen Individuums, aber das bringt uns in den nächsten Jahrzehnten nicht weiter.“ Auf die Frage nach einer nachhaltigen Zukunft, antwortet das PLATZprojekt mit Zusammenhalt, aber auch mit nachhaltigem Wirtschaften und Ressourcenschonung. 

So viele diverse Projekte erfordern auch helfende Hände. „Man braucht Menschen dahinter, die sich ehrenamtlich darum kümmern“, sagt Kremantzouli. „Hier kann man andere Menschen kennenlernen, die aktiv, sozial und interessiert sind, Gesellschaft mitzugestalten.“ 

 Im März findet auch auf dem PLATZprojekt ein Frühjahrsputz statt, bevor der Platz im Frühling durchstartet. Den Auftakt macht das Frühlingsfest im April. Im Juli gibt es ein queeres Festival im Veranstaltungsort Osco, um der queeren Szene in Hannover eine Bühne zu geben. Auf weitere Märkte, Feste und Veranstaltungen weist das Projekt auf seinem Instagram Account @platzprojekt hin. Zudem wird aktuell ein Open Call für das „Fösstival“ veranstaltet, das vom 2. bis zum 4. Juni stattfinden soll. Noch bis zum 05.03. können sich Interessierte bewerben. Es gibt demnächst also viel zu entdecken und zu erleben beim PLATZprojekt. 

 

 

Felicia Holtkamp 

Der unglaublich beeindruckende Blick auf das Projektgelände © Sam Green

cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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