Was wird nicht alles über den Mai gesungen und geschrieben! Es ist mit Abstand mein persönlicher Lieblingsmonat. Nur geht jedes Jahr etwas schief. 

CityGlow

1. Mai 2024

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Als ich 15 Jahre alt war, gab es bei uns in der Region die Tradition des Hexenfeuers – also, das gibt es natürlich bis heute noch, ein großes Feuer zum 30. April – aber was ich meine: mit 15 musste man dahin, damit man ordentlich in den Mai feiern konnte. Wer nicht da war, konnte nicht mitreden.  Also packten wir unsere coolsten Klamotten ein – ohne daran zu denken, dass Feuer einen wirklich schlimmen Geruch in allen Poren und Fasern hinterlässt, kauften ein paar Getränke ein (viel Alkohol natürlich) und machten uns mit dem Rad oder später in einer Autokolonne auf den Weg in das nächste Dorf. Leider begann schon damals die Tradition in meinem Leben, dass der Tanz in den Mai meistens nicht ganz so gut verläuft. Als ich 15 war, war ich das erste Mal so richtig betrunken beim Feuer zum Tanz in den Mai. Hätte ich doch auf meine Mutter gehört und mir noch ein Fischbrötchen oder eine Bratwurst geholt. Beim „Cool sein“ einfach vergessen.  

Oder mit 18! Da erfuhr ich am Feuer durch den betrunkenen Kumpel meines damaligen Freundes, dass er mich, als ich im Urlaub mit meinen Eltern war, betrogen s.            atte! Furchtbar. Der Abend war gelaufen. 

Oder mit 23! Da stritt ich mich mit meinem Freund so sehr, dass wir das Feuer nicht zusammen erlebten, sondern wütend auf Abstand blieben.  

Oder 5 Jahre später: Es sollte ein klassischer Pärchen-Abend werden. Leider waren beide Pärchen nicht mehr wirklich glücklich und der Abend einfach nur anstrengend peinlich.  

Seit 5 Jahren ist der 1. Mai ganz besonders traurig: ich geh nämlich nicht mehr auf ein Feuer geschweige denn irgendwo anders tanzen, obwohl ich es gern würde.  

So. Wenn ich mir das grad noch einmal vergegenwärtige muss ich sagen – ziemlich schlechte Bilanz. Viele kleine und große Tragödien. Und nur eins konnte ich also selten: den Tanz in den Mai so richtig genießen. Und trotzdem mag ich den Monat Mai wirklich sehr. Denn es nicht zu heiß und nicht zu kalt. Es blüht und grünt und alle freuen sich auf den bevorstehenden Sommer. Aber es ist eben noch keiner. Und die Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude! Woran liegt das? Am Dopamin! Dopamin ist nicht das Glückshormon, wie oft behauptet wird. Es ist das Hormon der Vorfreude. Es wird vor dem Ereignis ausgeschüttet – wenn wir etwas erwarten, mit Freude, mit Spannung.  

Und das kennen Sie genau: Die Vorfreude auf den Urlaub. Was arbeiten wir bis dahin und nehmen alles in Kauf – denn bald ist es soweit. Dass dann der Ort überfüllt, das Hotel schlecht, das Essen miserabel und das Wetter mies ist, lässt unsere Laune dann natürlich sinken. Aber davon wusste unser Kopf bei der Vorfreude natürlich nichts. Ein anderes Beispiel: Der Feierabend naht und Sie sind mit Freunden verabredet. Sie freuen sich so sehr auf das Feierabend-Bier und die Gespräche. Und dann kommt er – der erste Schluck. Und Dabei wollten Sie doch weniger trinken. Aber die Vorfreude war einfach zu groß. Und ein Beispiel hab ich noch: der kleine Hundewelpe, den Sie sich im Tierheim angeschaut haben. Den wollen Sie unbedingt und können es kaum erwarten. Wie flauschig und süß der kleine Racker ist. Und dann ist er da und noch nicht stubenrein. Aber hey! Vorfreude ist die schönste Freude, sagt ja der Volksmund.  

Und da sind wir wieder beim Sing und Sang über den Mai. Mozart hat das auch schon gewusst, wie schön der Frühlingszauber ist. Und auch Sie kennen mit Sicherheit  nochdas ein oder andere Volkslied. Lassen Sie uns zählen – ich komme spontan auf drei: „Komm lieber Mai und mache…“, „Der Mai ist gekommen“, „alles neu macht der Mai…“ Bitte nicht verwechseln mit „My oh my“ von Aqua. Hört sich zwar gleich an, ist aber was anderes gemeint. Das Schöne daran ist, Frühlingslieder mal zu googeln. Da kommen direkt Kindheitserinnerungen wieder hoch. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den ein oder anderen Ohrwurm davon bekommen und sich beim Singen erwischen. Es gibt Schlimmeres, als etwas kindlich, unschuldig und vor allem noch glücklich zu sein.  

Aber Achtung: So viel naschen wie Kinder dürfen wir Erwachsenen natürlich nicht ohne Weiteres. Zumindest wenn wir vorausschauend an den Sommer denken und die mit ihm verbundene Bikini-Figur. Spätestens jetzt sollten Sie sich nämlich gezielt an die Mission Traumkörper machen. Die einen machen das ja schon das ganze Jahr. Aber andere kommen eben erst jetzt auf die Idee. Ich verspreche Ihnen hier keine Blitzdiät und minus 1zehn Kilo in vier Wochen. Das müssen Sie gar nicht. Sie sind bestimmt schön genug. Aber der Frühling ist tatsächlich perfekt dazu gemacht, den Kopf einmal auf Reset zu setzen und ein neues Projekt zu starten. Walken am Morgen zum Beispiel. Hält fit und macht die Birne frei. Oder eine andere Sportart im Freien lernen wie Tennis oder auch Tischtennis. Oder Rad fahren und das Auto öfter mal stehen lassen. Und das ist nicht nur wirklich befreiend sondern hat eben auch noch den positiven Nebeneffekt der Körperstraffung.  

Und wenn Sie noch Single sein sollten, ist jetzt die beste Zeit für einen Flirt! Es gibt nachweislich nichts Schöneres, als frisch verliebt in den Cafés der Welt im Freisitz Patz zu nehmen und Händchen zu halten.  

Ach, da gibt es noch was, das Sie wissen sollten: Der Grad der Entspannung für unser Gehirn und unseren Körper ist jetzt, zwischen Frühling und Sommer, am höchsten. Toll, oder? Das haben zumindest amerikanische Forscher in einer Studie herausgefunden. Liegt wohl daran, dass wir alles viel stressfreier und gelassener wahrnehmen, weil die Sonne öfter scheint, es heller und wärmer ist. Und das bringt die nächste unglaublich schöne Sache mit sich: Wir sind jetzt auf unserem Leitungshoch. Unser Gehirn fühlt sich jetzt so richtig wohl! Sollten Sie unter erbärmlich schlimmen Pollen-Allergien leiden, trifft das natürlich nicht zu. Dann plagen Sie Kopfschmerzen und eine geschwollene Nase. Das tut mir sehr leid, aber ich kann Ihnen leider nicht helfen. Denn ich bin kein Arzt und außerdem ist der Mai mein Lieblingsmonat. Den muss ich genießen.  

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