Achtung, Sonnenbrandgefahr! Und andere Dinge, die im April ziemlich anstrengend sind.

Michael Panusch

1. April 2024

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Haha, April, April! Jetzt sind Sie doch drauf reingefallen.

Furchtbar, diese blöden April-Scherze, oder? Wer kommt denn drauf, Leute zu veräppeln! Nicht, dass Sie direkt einen Herzinfarkt bekommen haben und jetzt schon auf dem Weg ins Krankenhaus sind!? Bitte beruhigen Sie sich! Es ist nichts passiert! Lesen Sie einfach weiter!

Auch wenn es kein offizieller Feiertag ist – der 1.- April ist ein Tag mit langer Tradition. „April Fools’ Day” heißt der Tag in vielen anderen Ländern. Und an diesem Tag ist alles erlaubt, Schadenfreude inklusive. In Frankreich, Schottland, Griechenland, Polen, Belgien, Italien, Spanien, Portugal!

Für die Entstehung des Brauches gibt es verschiedene Überlegungen der Forscher. Ein Ansatz: Der Aprilscherz könnte aus dem mittelalterlichen Frankreich kommen – dort feierte man nach dem damals gültigen gregorianischen Kalender Ende März den Beginn des neuen Jahres. Der 1. April war der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Mit der Einführung des julianischen – unseres heutigen Kalenders – wurde Neujahr auf den 1. Januar gelegt. Wer vergessen hatte, auf den neuen Kalender umzustellen und weiter im April feierte, wurde als „Aprilnarr“ verspottet.

Andere Historiker bringen den Aprilscherz mit mittelalterlichen Festen in Verbindung, die im Frühling stattfanden und christliche Rituale parodierten. Dazu gehörten Spiele, Umzüge, Kostüme und Verkleidungen und natürlich auch der ein oder andere Scherz. Es war für die feiernden Narren die Möglichkeiten, den Adel zu imitieren, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. 

Der erste Aprilscherz, so wie wir ihn aus den Zeitungen kennen, erschien wohl am 1. April 1774. Es war eine Anleitung, wie man zu Ostern auch Hühner in verschiebenden Farben züchten könne – mit Pinsel und Farbe einfach die Federn anmalen! Die Küken kämen dann wahlweise in rot, blau, gelb oder grün aus den Eiern geschlüpft. Wirklich ein bisschen witzig, oder? Könnte sogar der ein oder andere heute noch drauf reinfallen.

Aber egal, was Sie jetzt davon halten, ob Sie den Tag mögen oder nicht; es ist ja nur der erste Tag des Aprils – danach kann es ja nur noch besser werden.

Denn der April ist der zweite Frühlingsmonat – es wird wirklich wärmer, die Tage sind nun merklich länger; die Sonne scheint intensiver und jetzt erwacht auch endlich die Natur. Ist der März ja meistens noch etwas kühl und verhalten, legen die Zweige und Knospen jetzt so richtig los. Sie können es sehen! Es ist fantastisch. Die Schwalben kehren zurück aus ihrem Winterquartier. Und mit ein bisschen Glück können Sie die ersten Schmetterlinge im Garten entdecken.

Das Wort „April“ leitet sich vermutlich ab von „aperire“ – lateinisch für „öffnen“ – oder „apricus“ – sonnig. Ganz egal. Der April macht einfach Spaß. Es ist noch nicht zu warm und nicht zu kalt, die Klamotten werden hell und bunt und es spielt sich mehr drinnen als draußen ab.

Es gibt einen tollen Song von Bosse und eine Zeile darin: „Der Sommer ist noch lang – und keiner, der ihn kaputt macht!“ Ja, April ist natürlich noch kein Sommer – aber die wunderbare, helle, warme Zeit beginnt jetzt! Und bis sie vorbei ist, dauert es wirklich noch eine kleine Ewigkeit.

Im August sieht das ja dann schon anders aus – aber wie gesagt, bis dahin haben wir Zeit. Zeit für Eis oder Eiskaffee, Sonnenbrillen – und die verlockende Idee, im Windschatten die Augen zu schließen und sich die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Aber hier ist Vorsicht geboten: Denn die Sonne steht schon verdammt hoch – und auch wenn die Luft noch kühl ist, hat sie schon mächtig Kraft. So viel Kraft, dass Sie mit Sicherheit einen Sonnenbrand bekommen vom kleinsten ruhigen Moment. Glauben Sie mir, ich spreche da aus Erfahrung. Wir haben hier eine Terrasse in oder an der Wohnung, wie auch immer. Und im letzten Jahr habe ich meine Arbeitslektüre an die Terrassentür in den gemütlichen Sitzsack verlegt. Eine Stunde später fühlte ich den brennenden Schmerz auf der Stirn und im Dekolleté. Verdammt! Wie war das mit dem Hautkrebs? Also lernen Sie besser aus meinen Fehlern und cremen Sie sich ein. Sie werden es mir irgendwann danken.

Ich hatte Ihnen ja in der Märzausgabe schon die Sachen erklärt, die in unserem Körper passieren, wenn es heller und wärmer wird. Das Schlafhormon Melatonin nimmt ab, das Glückshormon Serotonin steigt. Und dieser Prozess der Umstellung von der dunklen Mummeligkeit zur mopsfidelen Frische dauert ungefähr vier bis sechs Wochen. Jetzt ist es also soweit – Ihr Körper steckt mittendrin im Prozess. Jetzt werden Sie es so richtig spüren. Die Frühlingsgefühle, die Lebendigkeit – und auch die Frühjahrsmüdigkeit. Wie ein kleiner Jetlag fühlt sich das an. Wir sind ständig müde, obwohl doch die Sonne scheint.

Die Forscher haben zwei Erklärungsansätze: Einmal die Umstellung der Neurotransmitter und bereits genannter Hormone Serotonin und Melatonin. Und die schwankenden Temperaturen – morgens und nachts ist es verdammt kühl, tagsüber warm. Daran haben unsere Blutgefäße zu knabbern. Aber ich verspreche Ihnen, wenn Sie die nächste Kolumne hier lesen, haben Sie es überstanden.

Und noch etwas ist ja so schön im Frühling: Der Tiernachwuchs! Die kleinen Amseln schlüpfen, die kuscheligen Entenküken watscheln umher und die Schwäne bauen auch schon ihr Nest. Zeit also für die Familie. Da können Sie sich ein Beispiel nehmen! Springen Sie über den winterlichen Schatten, schnappen Sie sich die Schwiegermutter und bewundern Sie mit der ganzen Bande die Blumen und Küken!

Und da lässt sich ein Phänomen beobachten, dass Sie vielleicht auch kennen. Dieses komische Gefühl, etwas Niedliches (sei es nun also ein kleines Küken oder Ihr neuer Welpe) erdrücken zu wollen – weil es so süß ist. Das nennt man Niedlichkeitsaggression! Die Menschen, die diese Aggression verspüren, wollen das niedliche Hündchen aber nicht wirklich zerquetschen! Forscher haben herausgefunden, dass wir, wenn wir uns von positiven Emotionen – also eben auch von der Niedlichkeit eines Kükens –  überwältigt fühlen, das Gehirn mit aggressiven Gefühlen dabei hilft, dieses hilflose Hochgefühl auszugleichen. Verrückt oder?

Gut, dass Sie auch in dieser Kolumne wieder etwas gelernt haben! Deswegen genießen Sie jetzt die – wie ich finde – schönste Zeit des Jahres! Mit allem, was dazu gehört.  Das kann eine richtig tolle Zeit werden. Außer Sie planen die ersten Ausflüge und das April-Wetter schlägt zu, wenn Sie it der Schwiegermutter Enten füttern. Ach, „April, April, der macht, was er will“ – Regen, Sonne, Regen, Wind, auch Schnee soll es noch geben! Und bei sonnigen 15 Grad bitte trotzdem nicht auf die kalten Steine setzen! Schütze sich wer kann vor einer fiesen Blasenentzündung!

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Michael Panusch

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