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Die Frau hinter dem Sternenhimmel: Julia Kretschmer-Wachsmann macht Märchen zum Erlebnis
Musik und Erzählkunst unter einem Sternenhimmel: Ana Miceva, Sebastian Naglatzki und Julia Kretschmer-Wachsmann bei „Verfemte Sterne“. Foto: Isabela Pacini
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Die Frau hinter dem Sternenhimmel: Julia Kretschmer-Wachsmann macht Märchen zum Erlebnis

von CityGlow

Die Hamburger Regisseurin und Autorin verbindet vertraute Geschichten mit Musik und kosmischen Bilderwelten. Im Planetarium Hamburg zeigt „Sterntaler – Vom Universum belohnt“, wie daraus ein Erlebnis für Kinder und Erwachsene entsteht.

Ein Mädchen verschenkt alles, was es besitzt. Am Ende fallen Sterne als Silbertaler vom Himmel. Das Märchen vom Sterntaler erzählt von Mitgefühl, Vertrauen und Großzügigkeit. Für Dr. Julia Kretschmer-Wachsmann ist es zugleich der Ausgangspunkt einer Reise ins Universum: Die Hamburger Kulturschaffende hat den Klassiker der Brüder Grimm als musikalische Geschichte für die Planetariumskuppel neu interpretiert.

Dabei begegnen sich zwei Welten, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: die Fantasie des Märchens und der Blick in den Kosmos. Zusammen eröffnen sie einen Raum für Fragen, die schon Kinder beschäftigen können: Was verbindet uns miteinander? Wo gehören wir hin? Und was bedeutet es, etwas zu geben?

Von der Musik zum Geschichten erzählen

Kretschmer-Wachsmanns Arbeit verbindet Literatur, Gesang und Inszenierung. Die promovierte Germanistin studierte auch Volkskunde und Musikwissenschaften an der Universität Hamburg. Als Kind sang sie bereits im Kinderchor der Hamburgischen Staatsoper, später folgte eine umfangreiche Gesangsausbildung. Auch als dramaturgische Beraterin war sie tätig, unter anderem für Fatih Akins Film „Soul Kitchen“.

In ihren Planetariumsproduktionen kommen diese Erfahrungen zusammen. Neben „Sterntaler“ gehören „Die Sternenfee und der Mondritter“ sowie eine musikalische Bearbeitung von Theodor Storms „Der kleine Häwelmann“ zu ihren Arbeiten. Musik trägt die Handlung, Bilder erweitern die Erzählung über die Grenzen einer klassischen Bühne hinaus.

Sterntaler zwischen Märchenwald und Weltall

In „Sterntaler – Vom Universum belohnt“ beginnt die Geschichte auf einem fernen Planeten. Dort lebt eine Weltraumfee mit ihrer Schwester, bevor sie auf die Erde geschickt wird. Als Menschenkind zieht sie durch die Welt und hilft anderen mit dem Wenigen, das sie hat.

Die bekannte Märchenhandlung erhält damit einen kosmischen Rahmen. Auch das Ende führt über den persönlichen Lohn hinaus: Aus den geschenkten Talern entsteht ein Ort, an dem alle willkommen sind. Sternenstaub wird dabei zum poetischen Bild für Verbundenheit.

Im Mittelpunkt steht für Kretschmer-Wachsmann eine Figur, die selbst handelt und ihren Weg geht. „Das Sterntaler-Kind ist ein Held“, sagt sie über ihre Interpretation. Die Geschichte soll Mitgefühl wecken und zugleich zeigen, dass auch die Kleinsten etwas bewirken können.

Illustriert wurde die Produktion von Jan Siggel. Zu hören sind unter anderem Stefanie Heinzmann, Ingo Pohlmann und Tetje Mierendorf. Ihre Stimmen begleiten das Publikum durch die musikalische Märchenwelt unter der Kuppel.

Hamburger Erzählkunst auf internationaler Bühne

Auch international finden Kretschmer-Wachsmanns Kuppelgeschichten ein Publikum. „Rapunzel’s Dome Dream“ gehörte 2026 zum Familienprogramm des Festivals Dome Fest West in den USA. Wieder trifft eine vertraute Märchenfigur auf eine ungewöhnliche Umgebung: Rapunzels Turm schwebt im Weltall, bevor die Heldin auf Rollschuhen die Stadt Gera erkundet.

Darin zeigt sich ein wiederkehrendes Motiv ihrer Arbeit: Bekannte Geschichten werden zum Ausgangspunkt für neue Perspektiven. Das Staunen über Bilder, Musik und fremde Welten kann Neugier wecken – und Lust machen, nach dem Ende der Vorstellung weiterzufragen.

„Sterntaler“ im Planetarium Hamburg erleben

„Sterntaler – Vom Universum belohnt“ wird für Kinder ab vier Jahren empfohlen. Das Planetarium Hamburg gibt die Dauer mit etwa 40 Minuten an. Die Vorstellung ist auf Deutsch; eine englische Fassung steht über den Audioservice zur Verfügung.

Termine im Herbst und Winter 2026:

    1. Oktober, 11:00 Uhr
    1. November, 9:30 Uhr
    1. November, 9:30 Uhr
    1. Dezember, 12:00 Uhr
    1. Dezember, 9:30 Uhr
    1. Dezember, 11:45 Uhr

Auch am 3. Januar 2027 um 11:00 Uhr steht die Produktion auf dem Spielplan. Veranstaltungsort ist das Planetarium Hamburg, Linnering 1 im Stadtpark.

Weitere Termine und Tickets gibt es auf der Veranstaltungsseite des Planetariums Hamburg. Mehr über die Produktion unter Astrella Productions.

Die Hamburger Regisseurin und Autorin Dr. Julia Kretschmer-Wachsmann verbindet Märchen, Musik und kosmische Bilderwelten zu Erlebnissen für die Planetariumskuppel. Foto: Isabela Pacini

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