Geschichte und Gegenwart der List

Michael Panusch

15. Oktober 2021

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Der Verein Lister Kaufleute e.V. hat einmal mehr seine beliebte Broschüre „Vielfalt im Viertel“ veröffentlicht. Neben der Vorstellung der Unternehmen gibt es diesmal einen historischen Spaziergang durch die List.

Es gibt kaum einen Stadtteil in Hannover, der so sehr vom Handel und vor allem aber auch vom Wandel geprägt wurde wie die List. Heute kann sich kaum noch jemand vorstellen, dass das pulsierende Viertel zwischen Eilenriede und Mittellandkanal einmal aus nichts weiter als ein paar bescheidenden Gehöften, windschiefen Stallungen und kargen Äckern bestand. Doch genau so sah es nun einmal aus, als das Örtchen im Jahr 1304 erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Die Einwohnerzahl beschränkte sich auf ein paar Dutzend Seelen – allerdings lebten im damals noch etwa zwei Kilometer entfernt liegenden Städtchen Hannover seinerzeit ebenfalls noch nicht einmal 4.000 Menschen.

Wie wir wissen, hat sich seither eine Menge getan. Mittlerweile wird die fünf Quadratkilometer große List von mehr als 46.000 Menschen bewohnt. Zwischenzeitlich wurden beziehungsweise werden hier von weltbekannten Firmen Kekse, Füllfederhalter oder Schallplatten produziert. Doch es ist natürlich nicht nur die gewichtige Industrie, die das Viertel bis heute prägt. Lebendig wird das Quartier vor allem durch die Vielzahl an kleinen Betrieben, die mit Sachverstand, Engagement und Leidenschaft für ein buntes Geschäftsleben stehen, das aktiv zum angenehmen Lister Miteinander beiträgt und eine ganz besondere Vielfalt im Viertel entstehen lässt.

Und genau so – „Vielfalt im Viertel“ – heißt denn auch die Broschüre, die der Verein Lister Kaufleute e.V. jüngst wieder herausgegeben hat. Ziel der Föderation ist es, die Attraktivität des Stadtteils zu erhalten und dort, wo es möglich ist, sogar zu verbessern. Gleichzeitig wird das „Wir-Gefühl“ der Menschen im Viertel wie selbstverständlich auch unter den im Verein zusammengeschlossenen Unternehmen durch gemeinsame Aktionen, Events und Projekte gestärkt.

Eines dieser Projekte ist die besagte Broschüre „Vielfalt im Viertel“, in der die beteiligten Unternehmen vorgestellt werden. Das Angebot reicht von Feinkost über Floristik bis zu Finanzberatung, Fliesenlegearbeiten und Trendfrisuren, von Fleisch- und Wurstwaren über die Vermittlung von Wohnimmobilen zu exklusiven Wasserfilter-Lösungen, von Schuhen über Brillen zu Versicherungen sowie spezifischen IT- und EDV-Lösungen. Automobile finden sich ebenso im Angebot wie Gastronomie, Haushaltsgeräte, Kücheneinrichtungen, Eventplanungen, individuelle Werbeauftritte und Journalismus. Aber auch Bestattungsunternehmen, ein Seminarzentrum, eine Apotheke und eine Anwaltskanzlei gehören zur „Vielfalt im Viertel“.

Eingebettet sind die Unternehmensvorstellungen in einen unterhaltsam zu lesenden und mit vielen historischen Bildern illustrierten Text, der die wechselvolle Vergangenheit des Stadtteils beleuchtet. So lernt die Leserschaft nicht nur das bunte Geschäftstreiben der Gegenwart kennen, sondern kann auch tief in die eingangs bereits angerissene Geschichte des Stadtteils eintauchen – und erfährt so allerhand Spannendes über den Bauern Heinrich Kollenrodt, das Kasernengelände am Welfenplatz oder die einst geplante, aber nie realisierte „TET-Stadt“. Kleine Specials widmen sich zudem dem Lister Turm sowie
den Denkmälern, Brunnen und
Skulpturen des Viertels. Fazit:
Unbedingt mal reinschauen!

www.lister-kaufleute.de

1955
Letztmalig wird das Motorrad-
Event „Eilenriederennen“ mit
dem Start/Ziel Lister Turm
ausgetragen

1975
Der Ausbau der Lister Meile als Fußgängerzone wird fertiggestellt

1976
Die U-Bahnstation „Lister Platz“ wird eröffnet






cityglow autor

Michael Panusch

Als leidenschaftlicher Storyteller und urbaner Enthusiast hat Michael Panusch schon immer den Finger am Puls der Stadt gehabt. Als treibende Kraft hinter dem Cityglow Magazine versucht er, die ungesehenen Ecken, die unerzählten Geschichten und die dynamische Atmosphäre von unseren Metropolen zu beleuchten. Mit seinem scharfen Blick für Details und seiner Vorliebe für die Avantgarde spiegeln Michaels Artikel nicht nur seine Liebe zu urbanen Landschaften wieder, sondern bieten auch eine neue Perspektive auf das Stadtleben.

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