Ausbildung bei budni 2026: 46 Azubis starten – neues Programm für Abiturienten
46 neue Auszubildende, vier unterschiedliche Einstiegswege und erstmals ein Abiturientenprogramm: budni erweitert seine Nachwuchsförderung. Für den Abschlussjahrgang des Sommers 2026 meldet das Hamburger Unternehmen zudem eine Übernahmequote von 91 Prozent.
Ausbildung ist längst mehr als eine Zwischenstation zwischen Schule und Beruf. Gerade im Handel soll sie früh die Tür zu Verantwortung, Weiterbildung und Führungsaufgaben öffnen. budni setzt beim Ausbildungsstart 2026 deshalb auf klassische Berufsbilder, interne Entwicklungsprogramme und einen neuen, verdichteten Karriereweg für Schulabsolventinnen und Schulabsolventen mit Hochschulreife.
Am 1. August 2026 haben 46 neue Auszubildende ihre berufliche Laufbahn bei der IWAN BUDNIKOWSKY GmbH & Co. KG begonnen. Insgesamt bildet das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit 110 Nachwuchskräfte aus.
Vier Einstiegswege für den neuen Jahrgang
Die 46 neuen Auszubildenden verteilen sich auf vier Bereiche:
| Ausbildungsweg | Neue Teilnehmende 2026 |
|---|---|
| Verkäuferin beziehungsweise Verkäufer | 22 |
| Drogistin beziehungsweise Drogist | 10 |
| Kauffrau beziehungsweise Kaufmann im Einzelhandel | 8 |
| Neues Abiturientenprogramm | 6 |
| Gesamt | 46 |
Der neue Jahrgang ist zwischen 16 und 47 Jahre alt. Der Altersdurchschnitt aller 110 Auszubildenden liegt laut Unternehmen bei 23 Jahren. Die Nachwuchskräfte kommen aus zehn verschiedenen Herkunftsländern.
Auffällig ist zudem die Nähe vieler Neueinsteiger zum Unternehmen: 52 Prozent kannten budni bereits durch ein Praktikum, einen Schüler- oder Minijob. Das ist kein Beweis für einen allgemeinen Rekrutierungstrend, zeigt aber, welche Bedeutung frühzeitige Praxiserfahrungen für die Entscheidung zugunsten eines Ausbildungsbetriebs haben können.
Was das neue Abiturientenprogramm bietet
Sechs Nachwuchskräfte bilden den ersten Jahrgang des neuen Abiturientenprogramms. Innerhalb von dreieinhalb Jahren sollen sie drei miteinander verbundene Qualifikationen erwerben:
- den Berufsabschluss als Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel,
- die Fortbildungsprüfung zur Handelsfachwirtin beziehungsweise zum Handelsfachwirt,
- die Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung, kurz AEVO.
Damit verbindet das Programm eine Berufsausbildung mit einer kaufmännischen Aufstiegsfortbildung und dem Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung. Es handelt sich nicht um ein duales Studium und führt nicht zu einem akademischen Bachelorabschluss.
Auch die Handelskammer Hamburg beschreibt Abiturientenprogramme im Handel als Verbindung aus Einzelhandelsausbildung, Fortbildung zum Handelsfachwirt und AEVO-Prüfung.
Nach Aussage von Personalleiter Garvin Vollmer sollen junge Menschen dadurch früher Verantwortung übernehmen können. Ob das neue budni-Programm diesen Anspruch dauerhaft erfüllt, wird sich allerdings erst beurteilen lassen, wenn der erste Jahrgang die verschiedenen Prüfungsstufen durchlaufen hat.
91 Prozent übernommen – was die Zahl aussagt
Für die Absolventinnen und Absolventen, die ihre Ausbildung im Sommer 2026 beendet haben, nennt budni eine Übernahmequote von 91 Prozent. Zwei von ihnen sollen unmittelbar in das interne Traineeprogramm „Führung im Training“, kurz FIT, wechseln.
Zu ihnen gehört Celine Witte, die nach ihrer Ausbildung inzwischen als stellvertretende Filialleitung arbeitet. Über ihre persönliche Entwicklung sagt sie: „Ich bin selbstbewusster und selbstständiger geworden.“
Die Übernahmequote ist ein starkes Signal, muss aber korrekt eingeordnet werden: Sie bezieht sich auf den aktuellen Abschlussjahrgang. Die Presseinformation nennt weder dessen absolute Größe noch eine mehrjährige Vergleichsquote. Daraus lässt sich deshalb keine allgemeine Übernahmegarantie für zukünftige Jahrgänge ableiten.
Die budni-Ausbildungsjahrgänge im Vergleich
CityGlow hat die Entwicklung bereits in den vergangenen Jahren begleitet. Die veröffentlichten Unternehmenszahlen ergeben folgende Momentaufnahme:
| Ausbildungsstart | Neue Auszubildende | Auszubildende insgesamt |
|---|---|---|
| 2024 | 44 | 85 |
| 2025 | 52 | 112 |
| 2026 | 46 | 110 |
2024 berichtete CityGlow über 44 neue budni-Auszubildende und neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung. Im Jahr 2025 folgte laut offizieller Unternehmensmeldung der bislang größte Ausbildungsjahrgang seit Jahren mit 52 Neueinstellungen.
Die Angaben sind als jährliche Unternehmensmomentaufnahmen zu verstehen. In den Veröffentlichungen werden teilweise unterschiedliche Regionen ausdrücklich genannt; die Tabelle eignet sich daher nicht als regionaler Marktvergleich. Erkennbar ist jedoch, dass die Zahl der neu eingestellten Auszubildenden in den vergangenen drei Jahren zwischen 44 und 52 lag.
Hamburgs Ausbildungsmarkt bleibt in Bewegung
Der Ausbildungsstart fällt in eine Phase, in der Bewerber und Betriebe offenbar weiterhin Schwierigkeiten haben, zueinanderzufinden. Laut dem Hamburger Arbeitsmarktreport für Juli 2026 wurden seit Oktober 2025 insgesamt 7.655 Bewerberinnen und Bewerber sowie 8.525 Ausbildungsstellen gemeldet.
Ende Juli waren noch 2.620 Bewerber unversorgt. Gleichzeitig galten 3.029 Ausbildungsstellen als unbesetzt. Die Zahlen zeigen: Rein rechnerisch vorhandene Stellen führen nicht automatisch zu passenden Ausbildungsverhältnissen. Berufswünsche, Anforderungen, Wohnort, Arbeitszeiten und persönliche Voraussetzungen müssen zusammenpassen.
Die Bundesagentur weist außerdem auf eine mögliche statistische Überzeichnung der bundesweit gemeldeten Stellen durch Übermittlungsprobleme bei einem großen Einzelhandelsunternehmen hin. Die Werte sollten deshalb als Indikator und nicht als vollständig präzise Abbildung des gesamten Ausbildungsmarktes gelesen werden.
Ausbildung als Teil der Fachkräftestrategie
Für Handelsunternehmen ist die Ausbildung zugleich eine langfristige Personalentscheidung. Verkäufer, Drogisten und Kaufleute im Einzelhandel werden im Tagesgeschäft benötigt. Durch zusätzliche Programme versuchen Arbeitgeber, geeignete Nachwuchskräfte länger zu binden und auf spätere Fach- oder Führungsaufgaben vorzubereiten.
Bei budni ergänzen Hospitationen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen, Zusatzqualifikationen und mögliche Ausbildungsverkürzungen die klassischen Ausbildungsinhalte. Hinzu kommen Projekte zur gesellschaftlichen und sozialen Bildung – beispielsweise Besuche einer Gedenkstätte, Demokratiebildung im Hamburger Rathaus und ein Stadtrundgang mit Hinz&Kunzt.
Dass das Thema Nachwuchsförderung bei dem Hamburger Unternehmen über den Arbeitsplatz hinausreicht, zeigte auch der CityGlow-Hintergrundbeitrag über die Partnerschaft der Budnianer Hilfe für Hamburger Kinder- und Jugendeinrichtungen.
Wo Interessierte Informationen finden
Informationen zu Ausbildungsberufen, Praktika, aktuellen Stellen und Bewerbungsverfahren veröffentlicht das Unternehmen auf der budni-Karriereseite. Bewerbungen und Anfragen können nach Angaben in der Presseinformation außerdem an bewerbung@budni.de gerichtet werden.
Häufige Fragen zur Ausbildung bei budni
Welche Ausbildungsberufe bietet budni 2026 an?
Im neuen Jahrgang starten Verkäuferinnen und Verkäufer, Drogistinnen und Drogisten, Kaufleute im Einzelhandel sowie sechs Teilnehmende des neuen Abiturientenprogramms.
Ist das Abiturientenprogramm ein duales Studium?
Nein. Es kombiniert eine Berufsausbildung im Einzelhandel mit der Fortbildung zum Handelsfachwirt und der Ausbildereignungsprüfung nach AEVO. Ein akademischer Hochschulabschluss ist damit nicht verbunden.
Gilt die Übernahmequote von 91 Prozent für alle Jahrgänge?
Nein. Die Zahl bezieht sich nach Angaben von budni auf die Absolventinnen und Absolventen des Sommers 2026. Eine allgemeine Garantie für künftige Jahrgänge lässt sich daraus nicht ableiten.
CityGlow-Einordnung
Das neue Programm macht sichtbar, wie stark sich die Grenzen zwischen Ausbildung, Weiterbildung und betrieblicher Führungskräfteentwicklung verschieben. Für Abiturientinnen und Abiturienten kann ein solcher Weg eine praxisorientierte Alternative zum Studium sein – vorausgesetzt, Ablauf, Prüfungen, Vergütung und spätere Einsatzmöglichkeiten werden vor Vertragsabschluss transparent erklärt.
Die 91-prozentige Übernahmequote ist beachtlich. Noch aussagekräftiger wäre sie allerdings zusammen mit absoluten Teilnehmerzahlen und einer Entwicklung über mehrere Abschlussjahrgänge. Genau daran wird sich künftig messen lassen, ob aus dem neuen Karriereversprechen ein dauerhaft tragfähiges Modell wird.






