Politik, Diplomatie, Society: China Night 2025 im Yu Garden bietet alles mit Rang und Namen
Im traditionellen chinesischen Ambiente des Yu Garden wurden von Geschäftsführer und Präsident der Hamburger China-Gesellschaft Qiuyi Chen auch in 2025 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien zur China Night begrüßt. Damit will man aber nicht nur eine hochwertige Party schmeißen, sondern hat höhere Ziele: „Die China Night schafft eine wertvolle Plattform für den Austausch zu vielfältigen Themen und verfolgt das Ziel, Menschen aus Ost und West zusammenzubringen und nicht nur geschäftliche, sondern auch menschliche Verbindungen zu stärken“, so Chen in seiner Begrüßungsrede. In diesem Tenor sprach auch Hamburgs Stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Fegebank, die betonte, dass man in geopolitisch turbulenten Zeiten als Ausgleich vieles auf der zwischenmenschlichen Ebene an der Fortführung von guten Beziehungen leisten könnte und verwies dabei auf ihren Ehemann, der gerade zu dem Zeitpunkt sich in geschäftlicher Mission in China befand.

Ausgerichtet wird die China Night von der Hamburger China-Gesellschaft. „Wir sehen uns mehr denn je als Brücke zwischen Kulturen und Nationen, um das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft zu fördern. Die Veranstaltung ist nicht nur für Deutsche und Chinesen, sondern für alle Nationalitäten ausgerichtet und wird von der Hamburger China-Gesellschaft mit viel Engagement und Engagement organisiert“, so Chen weiter. Dies konnte man auch bei den erschienenen VIP-Gäste feststellen, unter denen sich der chinesische, portugiesische Generalkonsul und die argentinische Generalkonsulin befanden. Stimmungsvolle Gesangseinlagen – traditionelle chinesische Lieder und westliche Opernarien – sowie ein köstliches Flying Buffet komplettierten einen perfekten Abend, der auch dieses Jahr ganz sicher zu den Party-Highlights des Jahres gezählt werden darf.
CITY GLOW unterhielt sich mit dem Betreiber des Yu Garden Qiuyi Chen über dieses einmalige Restaurant in Hamburg mit seinem fantastischen, sehr originalen fernöstlichen Ambiente.

CG: Das Yu Garden im chinesischen Teehaus in Hamburg-Harvestehude wurde im Februar 2025 fünf Jahre alt. Wie lautet deine persönliche Bilanz bis jetzt, Qiuyi?
QCh: Insgesamt bin ich mit der Entwicklung des Yu Garden sehr zufrieden. Wir hatten am Anfang natürlich viel Pech, da auch hier mit der Eröffnung quasi zeitgleich die Pandemie losging. Aber wir sind da gut rausgekommen und blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft. Wir konnten uns nicht nur als Stätte, wo man sehr gut essen und sehr guten Wein trinken kann, etablieren, sondern haben uns auch einen guten Ruf als Ort der kulturellen Begegnungen erworben. Insofern stehen wir im Moment gut da, beispielsweise kommen alle chinesischen Delegationen, die nach Hamburg kommen, auch bei uns vorbei, weil das Yu Garden eben etwas ganz Besonderes ist. Wir haben hier verschiedene Räumlichkeiten, wir haben ein Teehaus, einen „Secret Garden“ und viele schöne Außenplätze, einen Teich mit diversen Stegen sowie chinesische Pflanzen und Bäume. Man kann hier sehr viele verschiedene Sachen organisieren, Open Air-Konzerte oder Kammermusik-Aufführungen und vieles mehr. Diese kulturellen Angebote werden auch sehr gut angenommen und dadurch macht mir auch das Betreiben des Yu Garden sehr viel Spaß und empfinde das als wesentlich mehr als „nur“ ein Restaurant zu leiten.


Beim zweiten Anlauf hat’s geklappt
CG: Du wolltest ja eigentlich von Anfang an, also 2008, beim Projekt Yu Garden mit dabei sein. Das hat aber dann erst 2019 geklappt. Was hat dich bewogen, so lange an dem Thema dran zu bleiben?
QCh: Ja, ich war tatsächlich bei der Grundsteinlegung mit dabei, aber der Auftrag ging dann zuerst an jemand anderen. Darum war ich sehr froh als ich 2019 den Anruf von der Hamburger Kulturbehörde erhielt mit der Anfrage, ob ich denn noch Interesse an dem Yu Garden hätte. Die Jahre davor dort verliefen sehr holprig, das Teehaus war mal geöffnet, mal geschlossen und die Resonanz darauf war dementsprechend schwach. Und mein Konzept basierte von Anfang an auf einer Kombination eines Restaurant-Betriebs mit der Durchführung von Events, das eine muss das andere pushen. Das Gebäude ist auch so erstellt, dass man dies in der Verwendung berücksichtigen muss.
CG: Nicht unerwähnt darf dabei natürlich die Historie bleiben. Das Yu Garden ist aus der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai entstanden. Und das Yu Garden – das Original – gibt es auch in Shanghai in China. Ist die Version in Hamburg eigentlich exakt genauso wie das Original?
QCh: Also, es war so, dass Anfang des Jahrtausends, damals noch unter dem Bürgermeister Ole von Beust, die Stadt im Rahmen der Städtepartnerschaft Hamburg Shanghai das Grundstück – immerhin 3000 Quadratmeter groß – für 30 Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Daraufhin hat Shanghai gesagt, gut, dann schenken wir euch eine Kopie des Teehauses in Shanghai. Das Original ist zwar um einiges größer, aber Hamburg erhielt dadurch dieses attraktive Teehaus.


Nachbarn, internationale Gäste – jeden Tag bunte Mischung im Restaurant
CG: Wie setzt sich denn normalerweise euer Gastaufkommen zusammen? Habt ihr überwiegend Chinesen, die in Hamburg wohnen oder die geschäftlich nach Hamburg kommen, bei euch?
QCh: Wir haben durch unsere Premium-Lage im Stadtteil Harvestehude eine sehr gute Mischung. Uns besuchen sowohl viele Chinesen, die in Hamburg wohnen, und welche, die geschäftlich hierherkommen, als auch viele Deutsche. Und was für uns wichtig ist: es besuchen uns auch viele Gäste aus der unmittelbaren Nachbarschaft im Stadtviertel. Und ich denke dieser Erfolg hängt auch damit zusammen, dass wir nicht nur chinesisches Essen anbieten, sondern insgesamt ein „China-Feeling“ vermitteln. Ich nenne das „One Day in China“ und will dieses Konzept noch weiter ausbauen; mal sehen, vielleicht sogar in Kooperation mit der Stadt Hamburg. Das ist zum Beispiel gerade im Sommer, wo die Gastronomie der Stadt mehr oder weniger im Sommerloch verharren muss, eine ganz griffige Idee. Zu uns kommen viele Touristen, eben wegen des genannten Grundes, also, um mitten in Hamburg ein „China-Erlebnis“ haben zu können.
CG: Nicht vergessen darf man auch die hohe Dichte an VIPs und Prominenten, die bei euch verkehrt – und das nicht nur auf der China Night. Bürgermeister, Senatoren, Wirtschaftskapitäne, national bekannte Schauspieler und TV-Moderatoren, Sport-Stars und viele andere sind im Yu Garden zu Gast! Kommen wir aber nun zu deiner zusätzlichen Funktion als Präsident der Hamburger China Gesellschaft. Dies ist ein nicht-kommerzielles Engagement und erfordert ein anderes Denken als ein Unternehmer. Da ist eine Mission gefragt, die man an die Menschen weitergeben möchte. Wie lautet deine?
QCh: Nun, zum Glück ist es so, dass Hamburg als Hafenstadt schon immer international ausgerichtet gewesen ist und das Verhältnis zu China aufgrund der bestehenden, immer guten Handelsbeziehungen auch im Allgemeinen als gut zu bezeichnen ist. Das erleichtert unsere Arbeit als chinesischer Kulturverein stark. Das Ziel des Vereins ist es, die Menschen zusammenzubringen, das heißt die Deutschen und die Chinesen, die hier leben. Mit kulturellen Veranstaltungen lässt sich dieses Ziel gut erreichen. Wenn die Menschen untereinander, also unabhängig von der Politik und den Medienberichterstattungen, sich gut verstehen, dann ist das eine sehr gute Basis für alles andere.

Hamburg als Handelsstadt pflegt einen gesunden, pragmatischen Ansatz
QCh: In Hamburg gibt es das ja wie gesagt schon, deswegen geht es hier in der Hansestadt eher darum, die bestehenden Verbindungen zu vertiefen – und natürlich auch neue aufzubauen. Zu diesem Zweck haben wir diverse sehr beliebte Veranstaltungen, im Frühling haben wir den Chinesischen Neujahrsempfang, dann feiern wir im Yu Garden ein Sommerfest, im Herbst das Mond-Fest im Ni Hao und Ende des Jahres eben die China Night, die inzwischen schon überregional einen hervorragenden Ruf als top Party-Event genießt. Zusätzlich gibt es bei uns im Shanghai-Saal – im 1. Obergeschoss – auch regelmäßig Vorträge, wir informieren die Menschen über China und das über alle möglichen Aspekte: Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Außerdem mieten sich andere China-bezogene Vereine bei uns ein und halten ihre eigenen Veranstaltungen ab, wie zum Beispiel neulich die John Rabe-Ausstellung für einen Tag oder das Art & Music-Event von der Kunstberatungsfirma YAC.
CG: Prima, das hört sich nicht nur nach einem Erfolgskonzept an, sondern wie wir auch immer wieder eindrucksvoll beobachten können, es ist auch eines! Gratulation dazu und weiterhin viel Erfolg, lieber Qiuyi!
Text von Cetin Yaman
BU Titelbild: Hamburgs Stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Fegebank war als Ehrengast eingeladen und hielt die Grußrede. Neben ihr (re.) der neue chinesische Generalkonsul Dong Lin. Links zu sehen: Yu Garden-Betreiber Qiuyi Chen mit Ehefrau Shuheng Tian © CETIN YAMAN/YPA








