Was die Corona-Krise für den Alltag in einer Seniorenresidenz bedeutet.

Cityglow: Über die Seniorenresidenz “Der Wohnpark Kastanienhof” haben wir früher schon berichtet. Die Seniorenresidenz bietet derzeit 185 Senioren ein Zuhause in der eigenen Wohnung. Wie wirkt sich die Corona-Krise auf das Leben der Besohnerinen und Bewohner aus?

Dabrowski: Obwohl wir kein Pflegeheim sind, sondern eien Seniorenresidenz,  haben wir sofort alle Anordnungen, Empfehlungen und Vorgaben der Behörden und des Robert-Koch-Instituts befolgt und ein Besucherverbot ausgesprochen. Zudem informieren wir unsere Bewohner und Bewohnerinnen mehrmals in der Woche über die aktuellen Maßnahmen. Wir haben ebenfalls die vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Verhaltensweisen (Hände mit Seife waschen, 1,5 Meter Abstand halten, Nies- und Hustenetikette befolgen) überall ausgehängt

Cityglow: Was bedeutet das für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

 

Dabrowski: Unsere 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für solche Fälle geschult und mit medizinischen Sachbedarf ausgestattet. In der Altenpflege haben wir sowieso immer wieder mit der Problematik von z. B: Krankenhauskeimen wie ORSA bzw. MRS) zu tun. In unserem Hygienehandbuch sind alle gesetzliche Vorgaben dazu festgeschrieben. Wir haben zertifizierte Sicherheitsbeauftragte im Unternehmen, die Fragen beantworten und Abläufe erklären. Und auch ohne Corona-Problematik werden alle im Team regelmäßig zum Infektionsschutz geschult.

Wohnpark Kastanienhof 

Am Mittelfelde 102 

30519 Hannover

Telefon: 0511 87 807- 0 

www.wohnpark-kastanienhof.de

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Cityglow: Ist das Leben in einer Seniorenresidenz noch unbeschwert?

Dabrowski: Die momentane Situation ist wirklich ein ganz großer Einschnitt im Leben aller Menschen. Wir verfolgen täglich den aktuellen Stand der behördlichen Vorgaben, arbeiten mit Vorsicht, Umsicht und vor allem Vernunft, ohne bei der derzeit ja täglich neu zu beurteilenden Situation Panik zu schüren.

Cityglow : Was bedeutet das im täglichen Miteinander?

Dabrowski: Unsere Bewohnerinnen und Bewohner wohnen in ihrer eigenen Wohnung und greifen auf unsere Dienstleistungen (wie z.B.: Freizeitaktivitäten, Speisenversorgung, Hauswirtschafts-Service) nach Bedarf zu. Auch wir mussten unser Angebot den geforderten Gegebenheiten anpassen. Die Herausforderung besteht darin, die Menschen durch soziale Kontakte nicht zu gefährden, aber durch Abschirmung auch nicht völlig zu isolieren. Bei möglichen Begegnungen wird selbstverständlich auf die vom RKI vorgegebenen Verhaltensvorgaben geachtet.

Cityglow: Wie gelingt dieser Spagat in Zeiten der Corona-Krise?

Dabrowski: Einerseits mussten wir das Veranstaltungsangebot kappen, das Café schließen, Besucher abweisen, etc. Auf der anderen Seite haben unsere Senioren die Gewissheit, dass die hausintere Speisenversorgung – nun im Ablauf anders – aber gut geregelt ist, die Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs durch Einkaufs-Service funktioniert, hauswirtschaftliche Unterstützung geordnet weiter läuft und sie bei Fragen oder Unsicherheiten kompetente Ansprechpartner vor Ort haben. Alles wird selbstverständlich unter Einhaltung aller vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen angeboten.

 

Cityglow: Was für ein Unterschied besteht zwischen den Senioren, die im Wohnpark Kastanienhof wohnen und denen, die durch den ambulanten Pflegedienst AKSB Kastanienhof in der eigenen Häuslichkeit außerhalb der Residenz versorgt werden?

Dabrowski: Unsere Bewohnerinnen und Bewohner können sich für eine freiwillige Quarantäne bzw. soziale Distanz entscheiden, ohne Sorge zu haben, dass sie nicht mit dem Alltäglichen versorgt werden. Denn unsere Residenz bietet alle nötigen Dienstleistungen an, so dass niemand das Haus verlassen müssten, wenn etwas benötigt wird. Die Patienten im Außendienst, die wir im Stadtteil versorgen, erhalten weitestgehend die gebuchten und geplanten Leistungen. Derzeit ist es uns allerdings nicht möglich, mehr Leistungen anzubieten bzw. die vereinbarten Leistungen zu erweitern. Es gibt eine Absprache mit den Pflegekassen, dass bis auf die lebensnotwendigen Leistungen die anderen Leistungen seitens des Pflegedienstes abgesagt werden dürfen.

Cityglow: Dann sind Senioren, die jetzt in einer Residenz leben, viele Sorgen los? Und müssen die anderen warten, bis die Corona-Krise überstanden ist?

Dabrowski: Das ist tatsächlich eine zwiespältige Situation. Wir haben vor allem jetzt Anfragen nach Wohnmöglichkeiten, weil einige nun deutlich merken, wie schwierige es Zuhause wird.

Ja, wir können durchaus sagen, unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben definitiv wenige Versorgungsprobleme als Senioren, die nicht in einem Seniorenwohnstift wohnen.

Und nicht wenige äußern jetzt noch überzeugter als vor der Corona-Krise, wie froh sie sind, mit allem gut versorgt zu werden. Und übrigens: Auch vor Covid-19 haben wir vor dem Einzug ein ärztliches Attest über den Ausschluss von ansteckenden Erkrankungen verlangt.

Cityglow: Wie sieht es mit Schwierigkeiten aus, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst konfrontiert werden?

Der Corona-Shutdown des öffentlichen Lebens hat bewirkt, dass unsere Patienten sehr viel Besuch erhalten. Teilweise sind in einer kleinen Wohnung während des Pflegeeinsatzes bis zu 5 Besucher. Das stellt ein erhebliches Risiko der Ansteckung dar. Wir haben deshalb entschieden, den Einsatz bei solchen Klienten nicht durchzuführen oder abzubrechen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst leisten einen verdammt guten und wichtigen Job! Ihre Gesundheit ist mir wichtig. Wenn sie erkrankten, stecken sie nicht nur weitere Personen an. Denn dann können pflegebedürftige Menschen nicht mehr versorgt werden, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.