Von Lust, Lastern und Leidenschaft

von | 3. Dez 2018 | #Glowart, Gallery/Museum

Museum Wilhelm Busch zeigt 130 Arbeiten über die Liebe

Er hat viele kluge Dinge gesagt, gezeichnet und geschrieben. So zum Beispiel den Satz „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ Ob das immer stimmt, ob der große Humorist Loriot mit diesem Zitat richtig liegt, lässt sich noch bis zum 17. Februar im Museum Wilhelm Busch überpüfen. 130 Arbeiten von Wilhelm Busch bis zu Marie Marcks zeigt die Sammlungsausstellung „Alles Liebe?! Von Lust, Lastern und Leidenschaft“. Eine vergnügliche Reise durch die ganz eigene Komik von Paarbeziehungen.

Liebe ist kompliziert, das wusste bereits Konfuzius. So wird ihm das Zitat zugeschrieben, dass Liebe das Gewürz des Lebens sei, das dieses sowohl versüßen als auch versalzen könne. Die Wissenschaft bestätigt, dass jeder Mensch durchschnittlich drei gescheiterte Beziehungen bis zu seinem 30. Lebensjahr verkraften muss, wochen- bis monatelangen Liebeskummer inklusive.

BIld: Kurt Heiligenstädt

Was zeichnet die Liebe aus? Worüber streiten Paare? Wann schleicht sich grauer Alltag ein? Diesen und anderen Fragen gehen und gingen auch Künstler zu allen Zeiten nach. Die Sammlungsausstellung im Museum Wilhelm Busch gleicht einer schonungslosen Analyse der Gesetzmäßigkeiten hinter unseren starken Gefühlen: Motive wie »Häuslicher Krieg« eines anonymen Künstlers oder »Entweder ICH, oder Deine Mutter …« von Marie Marcks, »Der Kuss«, von Wilhelm Busch oder »The Bridal-Night«, von James Gillray zeigen mit manchmal nüchtern wirkendem Blick die Auseinandersetzung mit allen Facetten von Paarbeziehungen.

So mancher stellt dabei fest, dass Gegensätze sich zwar leidenschaftlich, aber ebenso kurzlebig anziehen, dass Mann und Frau sehr unterschiedlich kommunizieren. Und, dass die gegenseitige Anziehungskraft  im Laufe der Zeit und des Älterwerdens nachlässt. Wenn wir verliebt sind, können wir kaum unseren Blick von unserem Partner abwenden, können nicht genug von ihm bekommen. Im Laufe der Partnerschaft gewinnen Alltag und andere Themen die Oberhand wie nicht zuletzt die »Ehelichen Ergötzlichkeiten« von Herrn und Frau Knopp aus der Feder von Wilhelm Busch oder das Blatt »Also meine Lieblingsjahreszeit ist eindeutig der Winter« von Gerhard Haderer amüsant präsentieren.

Die Liste der ausgestellten Künstler ist genauso lang wie vielseitig: James Gillray, Erich Sokol, Volker Kriegel, Tomi Ungerer und Karl Arnold finden sich genauso wie Marie Marcks, William Hogarth, Frédéric Bouchot, F. K. Waechter und Gerhard Haderer. Keine Facette rund um Paarbeziehungen bleibt „unbeobachtet“.

»Das Schönste aber hier auf Erden, ist lieben und geliebt zu werden« gehört zu den meistzitierten Zitaten von Wilhelm Busch. Mit »Alles Liebe?!« unterstreicht das Museum Wilhelm Busch einen zentralen Aspekt, der das Auf und Ab in Paarbeziehungen deutlich leichter macht: Humor. 

Bild: Friedrich Karl Wächter

Autor: Hans-Peter Wiechers

 

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