Für Optimismus, gegen Schwarz-Weißmalerei- Boris Pistorius im Live-Talk

by | 27. Sep 2018 | #Glowculture, TOP

Die große Politik im „Kaffeklatsch“: Im Rahmen der Live-Talk-Veranstaltung gab sich dort nun der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius die Ehre. Durch den Abend führte wie auch die letzten Male Moderatorin Nerissa Rothhardt, die dem Politiker einige interessante Einblicke sowohl aus seinem beruflichen als auch aus seinem Privatleben entlockte.

Gemäß seinem Ruf wurde Pistorius eher scherzhaft als „harter Hund“ und „Polizistenflüsterer“ vorgestellt. Im Laufe des Gesprächs erwies er sich jedoch als offener und lockerer Gast. Und wie er legt tatsächlich viel Wert darauf, mit den Beamten Kontakt zu halten und sich mit Ihnen auszutauschen. Zum Gespräch kam er beispielsweise direkt von der Begrüßung von Soldaten, die aus dem Einsatz in Mali zurückkehrten. Auch mit den Einsatzkräften der Polizei trifft er sich regelmäßig, um sich über ihre Arbeit zu informieren, wie er berichtet.
Er plädiert dafür, den Behörden bei einem konkreten Verdacht auf eine Straftat auch Zugriff auf digitale Kommunikationsdaten zu erhalten. Zudem sprach er sich für eine konsequente Anwendung der bestehende Gesetze, aber auch für eine differenzierte Betrachtung der Themen Migration und Islamismus aus. Auf Bemerkungen aus dem Publikum über mögliche Rechtsbrüche bei der Flüchtlingskrise erklärte der Volljurist, die allermeisten Immigranten verhielten sich rechtstreu. Er unterstütze zudem neben dem Asylrecht auch das geplante Einwanderungsgesetz, auch in Hinblick auf die demografische Entwicklung.
Arbeit als Kraftquelle

Seine Aufgabe im öffentlichem Dienst hat Boris Pistorius immer auch durch schwierige Zeiten geholfen, besonderes bei der Krankheit seiner Frau und ihrem Tod vor drei Jahren. Damals habe ihm die Arbeit Halt gegeben. Bürgernähe ist ihm dabei wichtig: Kommentare auf Facebook beantwortet er z.B. oft persönlich und trifft sich auch gelegentlich mit seinen Kritikern.

In seiner Freizeit macht der Minister gerne Sport wie Joggen oder Fußball spielen, auch die Oper mag er. Manchmal wünsche er sich jedoch insgesamt weniger Zeitdruck, ein perfekter Tag wäre für ihn nicht durch Termine getaktet, erklärt er. An seinem Arbeitsort Hannover hat er sich gut eingelebt. Er möge die Stadt insgesamt, auch wenn er einige Bausünden der 50er und 60er-Jahre bedaure. Die Hannoveraner habe er durchaus freundlich erlebt, berichtet der 58-jährige, der demnächst sein erstes Enkelkind erwartet. Für die Zukunft wünsche er sich in der Gesellschaft insgesamt Zuversicht und Weltoffenheit. Der Abend bot außerdem nicht nur einen informativen Talk, sondern auch die Möglichkeit, den Schwächeren zu helfen: Die Besucher konnten für den Verein „Business for Kids e.V.“ spenden; das Geld soll in Schwimmunterricht für Kinder investiert werden.

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