Als Beamter bin ich durch die Hilfe der Stadt immer in Sicherheit, oder?

Im Volksmund wird ein Beamter gerne als Person gesehen, die sich um nichts mehr kümmern muss. Ein Beamter ist ein Diener der Stadt und geht davon aus, dass er in jeder erdenklichen Situation über die Stadt abgesichert ist.

Fotos: Frau vor Mappe: @Robert Kneschke stock adobe

 Älterer Herr vor Tafel: @lightfield studios  stock adobe

Handschällen: @sumir8 stock adobe

Aber ist das wirklich SO?

Bevor ein Beamter den Beamtenstatus erhält, muss er erst mehrere Hürden überwinden. Zunächst einmal ist er ein Beamter auf Widerruf, dann auf Probe und erst später für immer und ewig auf Lebenszeit.

Der Prozess dauert mehrere Jahre, doch was passiert, wenn das nicht klappt und er es überhaupt nicht auf die letzte Stufe schafft? Dies kann zum Beispiel durch eine Krankheit der Fall sein. Der Weg zum Beamten kann dadurch für immer geschlossen werden.

Die Person sitzt dann in der Klemme und hat keine Chance darauf, sich aus dieser Umklammerung zu befreien. Falls dann der Ernstfall eintritt und er bisher noch keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, dann entsteht auch kein Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Es bleibt nur noch die Beantragung von Hartz IV.

Hast Du vor Beginn der Beamtenlaufbahn als Angestellte gearbeitet und mindestens 3 Jahren in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, ist der Anspruch trotzdem mickrig. Als Leistung bleibt weiterhin nur Hartz IV.

Irgendwie blöd

Übrigens hast Du für Deine Jahre, als Beamter auf Widerruf oder Probe,keinen Anspruch auf die Entgeltpunkte bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Solltest Du den Sprung zum Beamten auf Lebenszeit nicht schaffen, dann hast Du Deine Lebensjahre der Stadt geschenkt.

Mit anderen Worten:

Lieber zukünftiger Beamter: Schließe eine Dienstunfähigkeits-und oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Für diese Jahre ist es das A und O!

PS: Hier gibt es auf dem Markt verschiedene Modelle, die für die unterschiedlichsten Beamtenberufe, mehr oder weniger, Sinn machen. Bitte erkundige Dich bei mehreren Gesellschaften und nicht nur bei der, die auf „Beamte spezialisiert ist“. Vielfalt heißt die Zauberformel.

Jetzt könnte man zumindest denken, das Thema Krankenversicherung ist bei den Beamten gut gelöst. Die meisten Beamten sind privat krankenversichert und den Rest zahlt die Beihilfe.

Also erste Klasse versichert mit Top Leistungen und Zuzahlungen, ODER?

Und noch Mal: Spoiler Alarm – alles hängt vom Krankenversicherungstarif und der Gesellschaft ab, bei der ich meine Krankenversicherung abgeschlossen habe.

Es gibt Tarife, die prozentual nur die Krankenkosten übernehmen, die auch über die Beihilfe abgedeckt wären. Es gibt aber auch Tarife (leider nur sehr wenige), die auch den RESTLICHEN offenen Betrag ausgleichen. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der sich im Geldbeutel deutlich bemerkbar macht.

Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass die Beihilfen ihre Leistungen regelmäßig und diskret kürzen?

Und damit es nicht einfach wird, dazu gibt es auch Tarife, die z.B. einen geschlossenen Hilfsmittelkatalog haben: z.B. will ich einen besseren Rollstuhl haben, kriege ich den nicht oder muss ich die Tausende von € Unterschied selbst ausgleichen, weil eben die Gesellschaft nur „die geschlossene“ Summe dazu ausgeben will? Ärgerlich und meistens dann bemerkt, wenn es schon zu spät ist, weil ein Leistungsfall eingetreten ist.

Also Liebe Beamten, es ist  NIEMALS zu spät, um Euren Krankenversicherungstarif UND die Gesellschaft zu prüfen. Tu es! Es macht SINN!

Na ja irgendwie doof, die Absicherung im Fall der Dienstunfähigkeit ist suboptimal, die Krankenversicherung  muss überprüft werden. Jetzt sollte sich doch der „arme“ Beamte Minimum um die Auszahlung in der Rentenzeit nicht mehr kümmern müssen, oder?

Sorry, auch hier ist das Leben nicht soooo rosig wie es scheint. Na klar kriegst DU 70% von deinen letzten Bezügen als Pension, ABER unter der Bedingung, dass DU das Rentenalter z. Z. mit 67 erreicht hattest. Dass du immer eine steile Karriere gemacht hattest und im Laufe der Karriere bloß nicht die Stunden reduziert hattest. Also auch hier hängt es von der guten Laune des Vorgesetzten und der gesundheitlichen Fitness ab, wie hoch deine Pension wird.

Deswegen mein Tipp: Auf der sicheren Seite ist nur der Beamte, der für sein Pensionsalter mit zusätzlichen Investitionen vorgesorgt hat.

Und der beste Gewinnhebel ist es – sofort damit anzufangen!