Die Reisewelt im Wandel – Zur Lage mit Travelblogger und Reiseexperte Matthias Bredau

In der aktuellen Lockdown Problematik wollen wir unterschiedlichen Branchen und Unternehmen eine Stimme verleihen.

In der Touristikbranche fehlen Buchungen und im Besonderen Gewissheit für die Zukunft. Egal, ob Großunternehmen oder Kleinunternehmer, die Industrie steht vor einer nie dagewesenen Herausforderung.

Ob die Menschen nach der Rückkehr zu so etwas wie Normalität das Reisefieber packen wird oder ob eine Verdrossenheit die Bevölkerung heimsuchen wird. Niemand weiß es.

Wir sprachen mit Reiseexperte und Individualreiseveranstalter Matthias Bredau über seine Sicht auf die aktuellen Geschehnisse und die Lage seiner Branche.

Wie ist es dir während Corona ergangen?

Die Tourismus Branche hat es – neben vielen anderen Branchen – natürlich mit voller Härte getroffen. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit leben viele Menschen vom Tourismus. Egal ob jemand bei einem Reiseveranstalter, im Reisebüro, Hotel oder als Reiseführer arbeitet. Wenn knapp 100 Millionen Beschäftigte weltweit von jetzt auf gleich ihren Job nicht mehr ausüben dürfen, dann hat dies definitiv langfristig katastrophale Folgen.

Ich selber habe die Zeit kreativ genutzt und habe mich auf den Neustart vorbereitet. Aufgeben war für mich zu keiner Zeit eine Option und so habe ich mir meinen Traum von einem eigenen Travel Showroom erfüllt. Mit viel Herzblut habe ich diesen eingerichtet und habe fast alle Möbel selbst gebaut. Es ist letztendlich ein schöner kleiner Laden im Industrial Style dabei rausgekommen, in welchem ich nach der Krise meine Kunden in einer entspannten und inspirierenden Umgebung beraten kann. Zudem habe ich an viele Workshops zu verschiedenen Themen wie Marketing, Social Media und Zielgebiete teilgenommen und mich weitergebildet. Das Wichtigste in so einer Zeit ist meiner Meinung nach, nicht still zu stehen und die Reserven und Ressourcen vernünftig und sinnvoll einzusetzen, um anschließend wieder so richtig durchstarten zu können. Als Soloselbständiger habe ich natürlich auch den Vorteil geringerer Fixkosten, welchen ich mit fünf oder zehn Mitarbeitern und einem damit verbundenen viel höheren Kostenapparat nicht hätte.

Was sind die besonderen Herausforderungen in der Reisebranche im Gegensatz zu anderen Branchen?

Die besonderen Herausforderungen sind hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen, dass wir Reisebüros für bereits geleistete Arbeit nicht entlohnt werden. Jede Reise, die ich gebucht habe und wo ich schon eine Menge Arbeit reingesteckt habe, bekomme ich erst vergütet, wenn mein Kunde wirklich gereist ist. Teilweise mussten bereits ausgezahlte Provisionen zurückgezahlt werden. Durch die Reiseabsagen aufgrund der Corona Pandemie gingen mir somit viele Einnahmen verloren, hinzu kam noch die zusätzliche nicht entlohnte Mehrarbeit, die ich in die Abwicklung jeder nicht stattgefundenen Reise gesteckt habe, weil ich meine Kunden natürlich trotzdem bestens betreuen wollte. Hier ging es dann unter anderem auch um Rückforderungen der bereits geleisteten Zahlung an die Reiseveranstalter, die sich teilweise mehrere Wochen nicht gerührt haben und die Kunden waren dann natürlich verärgert. Einige Kunden waren ja selber in Kurzarbeit und benötigten das Geld daher möglichst schnell zurück. Im Grunde habe ich die zwei bis dreifache Arbeit in jeden Vorgang gesteckt als normal. Und das ganz ohne einen Cent Bezahlung.

Viele Länder werden ihre Grenzen auch erst in einigen Monaten wieder öffnen und der Tourismus wird nur langsam anlaufen. Ich berate meine Kunden hierbei aber immer aktuell und kann auch bei kurzfristigen Änderungen schnell reagieren; und das ganz losgelöst von Öffnungszeiten. Als persönlicher Reiseberater stehe ich meinen Kunden jederzeit zur Verfügung. Auch abends und am Wochenende bin ich telefonisch erreichbar oder meine Kunden können mir auch unkompliziert eine Mail oder WhatsApp schreiben.

Wie sehen deine Pläne oder Strategien für die Zukunft aus?

Ich war vor Corona schon immer auf der Suche nach tollen Partnern und Kooperationen. Corona hat uns allen nochmal mehr gezeigt, dass wir gemeinsam stärker sind und viel öfter über den Tellerrand hinausschauen sollten, um auch die Möglichkeiten anderer Branchen zu nutzen und sich gegenseitig zu unterstützen. Gerade lokal hier Hannover sollten wir eigentlich viel mehr Synergien bündeln und den Zusammenhalt weiter stärken. Einige tolle Kooperationen sind hierbei nun schon entstanden und neben meiner Hauptmarke atw reisen werden hierbei in Zukunft auch meine anderen beiden Marken honeymoondesigner.de und hannoverreist noch mehr in den Fokus gestellt. honeymoondesigner.de richtet sich an Hochzeitspaare, die ihre Flitterwochen oder eine Hochzeit im Ausland planen und hannoverreist an alle Hannoveraner, die von hier aus die Welt entdecken möchten.

Außerdem habe ich aktuell noch mehrere Aktionen auf meiner Liste. Mein Travel Showroom ist nun schon eine Weile fertig und ich habe dort einige kleine Events geplant, die vielleicht auch das etwas „verstaubte“ Image von Reisebüros aufpolieren sollen. Ich bin kein klassisches Reisebüro und möchte meine Kunden in meinem Showroom zu ihrer Traumreise inspirieren. Gemeinsam mit Partnern sollen verschiedene Länder, Reisetrends und Urlaubserlebnisse vorgestellt und auch kulinarisch schmackhaft gemacht werden – auch solche Destinationen, die man vielleicht nicht unbedingt als erstes auf dem Zettel hat.

Wie siehst du das Vorgehen von Politik und Wirtschaft in diesen schwierigen Zeiten?

Ganz ehrlich: auch wenn die Welt wunderschön ist und so viele tolle Ecken zu bieten hat, die es sich lohnt zu entdecken, so möchte ich zumindest aktuell in keinem anderen Land dieser Welt leben. Gerade während der Pandemie hat es sich nochmal mehr herausgestellt, dass es uns hier in Deutschland ziemlich gut geht. Natürlich bin ich nicht mit allen Entscheidungen komplett einverstanden und kann sie teilweise auch nicht nachvollziehen. Ich weiß aber auch, dass es bei allen Entscheidungen immer ein schmaler Grat ist und viele unterschiedliche Faktoren und auch Interessen berücksichtigt werden müssen. Da gibt es keine Patentlösung, die es allen recht machen kann. Wir sind leider nun einmal in einer Ausnahmesituation, die wir alle so nicht kennen, die aber auch keiner zu verantworten hat. Wie bereits erwähnt, habe ich es als Soloselbständiger aber mit Sicherheit etwas einfacher als Firmen mit mehreren Angestellten, daher kann ich auch verstehen, dass der Unmut gerade mehr und mehr wächst, weil die weiteren Hilfen inzwischen zu langsam kommen und die Maßnahmen und Anträge doch oft „verkompliziert“ sind.

www.atw-reisen.de

Jakobistraße 31

30163 Hannover

Tel. 0511 9826941

Mobil 0176 22511689

bredau@atw-reisen.de

 

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